Meine Marinezeit – der neue Rechnungsführer

Bisher sah ich mich mehr als eine Mischung aus Schreiberling und Laufbursche, anstatt als ein Gehilfe.

Und es begann bereits langsam mich zu langweilen.

Mit dem neuen Rechnungsführer sollte sich dies aber grundlegend ändern.

Bereits beim ersten Gespräch brachte er deutlich zum Ausdruck, dass wir als Team zusammen arbeiten würden und jeder seine festen Arbeitsbereiche hätte.

Nach einer kurzen Auffrischung in Reisekostenabrechnung durfte ich als Erstes die neu angekommenen Mannschaftsdienstgrade und Unteroffiziere unterweisen, wie sie dies korrekt auszufüllen haben.

Also mein erster Auftritt als Unteroffizier vor so vielen fremden Menschen, die überwiegend älter und erfahrener in der Marine waren, den ich mit leicht wackeligen Knien bewältigte.

Ebenso würde ich als eigenverantwortlicher Ersteller meine Auszahlungsbelege selbst unterschreiben müssen.

Eine weitere Aufgabe war, bis 10 Uhr den täglichen Status für die Verpflegung des nächsten Tages in der Küche zu melden, sodass diese ihre Planung machen konnten.

Dazu musste ich in der Wachtmeisterei in Erfahrung bringen, wer in Urlaub oder krank im Sanitätsbereich oder aus anderen Gründen abwesend ist.

Auch ob Gäste zum Mittag oder Abendessen erwartet wurden, was ich zu Beginn schon mal vergessen hatte.

Zu meinem Glück hatte der Obermaat aus der Küche genug Erfahrung, immer ein paar Portionen mehr zuzubereiten oder auf die schnelle das Ganze zu verlängern.

Aus der nun erhaltenen Bordrollenkarte konnte ich entnehmen, dass außer dem Fachdienstlichen noch einiges im militärischen Bereich auf mich wartete.

Mit diesen vielen eigenverantwortlichen Tätigkeiten und der Hoffnung auf viele Abenteuer im Ausland konnte ich mir meine weiteren Jahre an Bord viel eher vorstellen.

Vor allem, wenn ich daran dachte, was an weiteren neuen Aufgaben auf mich zukommen würden, woran der neue Rechnungsführer keinen Zweifel ließ.

Einige Monate später sollte ich erfahren, warum er mich so langsam fit machte, um den Rechnungsführerposten alleine ausfüllen zu können.

Im Nachhinein betrachtet bekam ich von ihm in diesen Monaten das Fachwissen vermittelt, was sonst im Fachlehrgang 2 den angehenden Bootsmännern vorgesetzt wird.

Weitere Erinnerungen aus meiner Marinezeit:
Inhaltsverzeichnis – Lebenserinnerungen – Marine

Über einen Kommentar freue ich mich (ACHTUNG: Wenn Ihr hier kommentiert, speichert WordPress Eure IP-Adresse und bei Angabe auch Eure E-Mail. Der Antispamdienst Akismet und Gravatar nutzt diese Daten zur Prüfung. )

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..