Meine Marinezeit – Verpflegungsprobleme Teil 1

Motiviert durch den Erfolg bei der Auszahlung und Kassenprüfung entschloss ich mich gleich das nächste, mir bereits länger missfallende Problem, anzugehen.

Immer wieder beobachtete ich, wieviel vom täglichen Essen in den Müll wanderte und andererseits das Schiff bei den Versorgungskosten tief in den roten Zahlen steckte.

Als ersten Schritt machte ich mich beim zuständigen Obermaat aus der Küchenbrigade kundig, was ohne großen Aufwand beim Frühstücksbuffet eingespart werden könnte.

Das wichtigste dabei, es durfte bei der Mannschaft nicht unangenehm auffallen, sondern im Gegenteil als Verbesserung angesehen wurde.

Denn schnell lernte ich auf dem Schiff, wenn die Unteroffiziere in ihrem Bereich eine positive Korrektur ihrer Arbeit durchführten, dies natürlich von den Bootsmännern bei den Offizieren, als ihre eigene hervorragende Führungsleistung verkauft wurde.

Zu dieser Zeit hatte ich keinen Bootsmann über mir, was mir ehrlich gesagt nicht unrecht war, so konnte ich meine Ideen direkt den Offizieren verkaufen.

Wobei ich mir meist die Rückendeckung und das Fachwissen der Beamten aus der Truppenverwaltung zunutze machte.

Ein alter, kurz vor der Pensionierung stehender ehemaliger Rechnungsführer, brachte mich dann auf die richtige Idee.

Er erzählte mir, dass zu seiner Zeit jeder Soldat Essensmarken bekam, was somit eine genaue Kontrolle über die Anzahl der benötigten Portion ermöglichte.

Außerdem könnte man damit überwachen, wer sich, gerade von den Bootsmännern und Offizieren, am Essen bediente, ohne dafür zu bezahlen.

Während er sich darum kümmerte, diese alten Essensmarken aus dem Archiv zu besorgen, klärte ich mit dem Versorgungsoffizier und dem 1. Offizier meines Schiffes den Einsatz dieser Marken ab.

Sehr hilfreich war meine Ausarbeitung über die vorhandenen Geldmittel fürs Essen, und was man im Schnitt pro Mahlzeit benötigte.

Zum Glück traf ich auf einen sehr verständigen Kochobermaat, der mir gerne, mit seinem Fachwissen, behilflich zur Seite stand.

Seine bisherigen Versuche, sich bei dem Proviantmeister, sein vorgesetzter Bootsmann, mit seinen Vorschlägen durchzusetzen, scheiterten.

Deswegen war er mehr als begeistert, nun einen Mitstreiter gefunden zu haben, der sich mit Elan in die Angelegenheit stürzte.

Ohne ihn wäre höchst wahrscheinlich auch mein Versuch die Ausgaben einzudämmen gescheitert, da meine Kochkenntnisse sich in sehr bescheidenen Rahmen hielten.

Nachdem wir beim Frühstück und Abendessen deutliche Einsparungen erzielten, ohne dass jemand von der Mannschaft dagegen meuterte, sann ich darüber nach, wie dies noch weiter zu optimieren wäre.

Es missfiel mir nämlich ebenfalls, dass nach meiner Ansicht, zu viel in den Abfalltonnen landete.

Dies in den Griff zu bekommen, würde keine einfache Sache werden, aber wer möchte es einfach und leicht, wenn man es spannend habe kann.

Ein Grundsatz, den ich mir in den vergangenen Jahren aneignete und mit dem ich die meiste Zeit ganz gut zurechtkam.

Weitere Erinnerungen aus meiner Marinezeit:
Inhaltsverzeichnis – Lebenserinnerungen – Marine
Inhaltsverzeichnis – Lebenserinnerungen – Marine – 1. Dienststelle

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