Meine Marinezeit – ÜAG 76 – der 1. Hafen – Stavanger

Nach etwa 430 Seemeilen, was circa 800 Landkilometer entspricht, die wir mit ein paar Übungsunterbrechungen in 5 Tagen zurücklegten, kamen wir dann in Stavanger (Norwegen) an.

Der November ist jedoch alles andere als die beste Zeit für einen Besuch im hohen Norden und entsprechend war das Wetter.

Kalt und trüb, was nicht unbedingt zu längeren Fußmärschen anregte, die zumindest ich gerne in neuen Städten machte.

An Bord waren Spaziergänge kaum möglich, außer man machte wie unser 1. Offizier jeden Morgen 10 Runden um das Schiff.

Wir ankerten zwar direkt in der Nähe des alten Marktplatzes, aber dort waren lediglich ein paar kleinere Geschäfte und Lagerhallen.

Eben alles, was vorbeikommende Seefahrer, vorwiegend Hochseefischer und Ölplattformarbeiter, benötigten.

Aber auch nicht viel mehr.

Das wirkliche Leben, besonders die Amüsiermeile, lag in einiger Entfernung und konnte nur über eine lange Brücke erreicht werden.

Und das auch nur, wenn es nicht gerade so stark stürmte, dass sogar die Taxifahrer sich weigerten, dort rüber zu fahren.

Um uns wenigstens ein bisschen Zeitvertreib zu ermöglichen, organisierte der Versorgungsoffizier Busfahrten zu ein paar Sehenswürdigkeiten.

Unter anderem den Dom von Stavanger, die Altstadt mit ihren verwinkelten kleinen Häusern, eine Wikingergrabstätte und den Fischmarkt.

Kein Kino, Restaurant, Café, Discothek, Kegelbahn oder andere normale Lokalitäten.

Zumindest nicht in erreichbarer Nähe des alten Hafens zu Fuß.

Regelmäßig wurde unser Schiff von einheimischen Jugendlichen umlagert, die versuchten von uns Bier oder anderen Alkohol zu ergattern.

Wir waren zuvor belehrt worden, dass es gerade in der kalten Jahreszeit solche Dinge rationiert auf Bezugsschein für die Anwohner gäbe.

Der Hafenmeister habe jegliche Abgabe durch uns untersagt, mit der Androhung bei Zuwiderhandlung unser Schiff an die Ölpier verlegen zu lassen.

Insgesamt eine wenig einladende Gegend nach meinem Geschmack.

So war ich dann froh, als es endlich wieder in wärmere Gefilde ging und hoffte auf mehr interessante Erlebnisse, wie sie zum Teil von älteren Kameraden erzählt wurden.

Da sollte ich in den nächsten Jahren wahrlich nicht enttäuscht werden.

Weitere Erinnerungen aus meiner Marinezeit:
Inhaltsverzeichnis – Lebenserinnerungen – Marine

6 Antworten zu “Meine Marinezeit – ÜAG 76 – der 1. Hafen – Stavanger

  1. Hört sich gut an.
    Da kommt man wohl ganz schön rum.
    Auch wenn es in Norwegen nicht ganz so prickelnd war.

    Gefällt 2 Personen

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