Meine Marinezeit – Sommerurlaub 1976

Nachdem im Sommer 1976 mein Schiff in der Werft lag, nutzte ich die Gelegenheit für einen längeren Besuch bei meinen Eltern.

Zu Ostern hatte ich meinem Vater, mit ein paar Kameraden meines Boxvereins, geholfen, ein Grundstück in der Nähe der Wohnung zu entrümpeln.

Er hatte es gepachtet, um dort eine kleine Pferdekoppel einzurichten.

Inzwischen war das von ihm ausgesäte Weidegras gut gewachsen.

Nun fehlte noch ein stabiler Zaun und Stall, um seine zurzeit fremd untergestellten Ponys endlich holen zu können.

Schon am ersten Morgen wurde ich um 6 Uhr aus dem Bett geworfen.

Es warteten 100 Pfosten, die in den Boden gerammt werden mussten, was alleine bis zur Mittagszeit gute 6 Stunden schwere körperliche Arbeit hieß.

Zuerst wurden Löcher vorgebohrt und dann das Holzstück, mit dem gut 10 kg schweren Vorschlaghammer, so lange bearbeitet, bis nur die vorgesehene Höhe von 1,80 m herausschaute.

Ein mulmiges Gefühl für uns beide, den Holzpfosten gerade zu halten und dabei den schweren Hammer immer dicht am Gesicht vorbei, aufschlagen zu sehen.

Wobei die meiste Zeit ich auf der Leiter stand und mein Vater den Holzpfahl festhielt.

Am Abend waren wir beide kaum in der Lage, Messer und Gabel zu halten.

Deshalb entschied meine Mutter für die nächsten Tage besser belegte Brotschnitten für uns zu machen.

Kaum fertig mit den Pfosten blieb keine Zeit zum Verschnaufen, denn es mussten Spanndraht und Maschendrahtzaun angebracht werden.

Außerdem hatte mein Vater einen Pferdestall nebst kleinem Gartenhäuschen geplant.

Aber es machte mir nichts aus, einen weiteren Urlaub mit körperlicher Hilfsarbeit zu verbringen.

Bis zu meinem ersten wirklichen Erholungsurlaub sollte es weitere 5 Jahre dauern.

Überdies war es ein guter Ausgleich für die sonst übliche Schreibtischarbeit, besonders während der Seefahrten hatte ich da keine große Möglichkeit, mich auszupowern.

Der schönste Teil von allem war der Pferdeumzug und die letzten paar Tage gemütlich dem Treiben der Tiere auf der neuen Weide zuzuschauen.

Gerne wäre ich einmal geritten, aber bei den kleinen Ponys hingen meine Beine auf dem Boden.

Kurz bevor ich wieder zurück zu meinem Heimathafen musste, konnte ich noch die Geburt eine Ponys miterleben.

Weitere Erinnerungen aus meiner Marinezeit:
Inhaltsverzeichnis – Lebenserinnerungen – Marine
Inhaltsverzeichnis – Lebenserinnerungen – Marine – 1. Dienststelle

Eine Antwort zu “Meine Marinezeit – Sommerurlaub 1976

  1. Das glaube ich gerne, das dir im Urlaub nicht nach reisen war. Du bist in deinem Dienst schließlich ganz schön herumgekommen 🤔
    🌈😘😎

    Gefällt 1 Person

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