Meine Marinezeit – Fernsehen Teil 2

Bereits bei der ersten Seefahrt fiel es mir erneut überdeutlich auf, wie sehr doch einige eine gewisse Abhängigkeit vom Fernsehen haben.

Während der Zeit in der Werft und im Hafen gab es genug Orte dazu, sodass es nicht so stark ins Auge stach.

Entweder Kantine, Gemeinschaftsraum mit Fernseher und den einzelnen Zimmern der Kameraden.

Ich gehörter zu einigen der wenigen, die sich für die dortige Büchersammlung interessiert, wie ich aus den Ausleihungskarten ersehen konnte.

Auf dem Schiff befand sich der Fernsehapparat für die Mannschaftsränge in ihrem Essbereich.

Dies bedeutete, sofern ein Empfang möglich war, eine stark eingeschränkte Nutzungsmöglichkeit.

Während des Essens durfte das Gerät nicht eingeschaltet werden, um einen zügigen Ablauf zu gewährleisten.

Außerdem benötigte die Wachmannschaft, zusammen mit den Köchen, vorher und nachher Zeit, um in aller Ruhe den Bereich vorzubereiten bzw. aufzuklaren.

Um dies zu gewährleisten, war der Apparat in einer Metallbox mit Vorhängeschloss gesichert.

Der verantwortliche Unteroffizier vom Dienst hatte den passenden Schlüssel.

Regelmäßig gab es aufgrund dessen heftige Auseinandersetzungen.

Nicht immer konnte oder wollte sich der Diensthabende alleine damit herumschlagen, sondern holte sich Hilfe von den jeweiligen Abschnittsunteroffizieren.

Gerade bei den Heizern und den Mitgliedern des seemännischen Dienstes hatten diese lediglich vor ihren eigenen Vorgesetzten den nötigen Respekt.

Aber das sollte sich ändern, nachdem ich die ersten Auseinandersetzungen hinter mir hatte, dazu jedoch mehr in einem separaten Beitrag.

In den Messen und Gemeinschaftsräume der höheren Dienstränge, wurde dies durch den jeweiligen Messeältesten bzw. Ranghöchsten geregelt.

Um die Zeiten, wo kein Fernsehempfang möglich war, ein bisschen abzumildern, gab es regelmäßig, alle paar Tage am Abend, Filmvorführungen.

Die Filme wurden von der amtlichen Verleihstelle ausgeliehen und durften nur von qualifizierten Personen vorgeführt werden.

Vor einer Seefahrt lagen dazu Listen aus, worin jeder seine Wünsche ankreuzen konnte.

Dadurch kam ich zu meiner nächsten Ausbildung respektive Nebenbeschäftigung an Bord.

Außerdem erfuhr ich endlich, was es mit dem abgeschlossenen Raum in der Landunterkunft auf sich hatte.

Keiner wollte oder konnte mir bisher auf meine diesbezüglichen Fragen eine Antwort geben.

Weitere Erinnerungen aus meiner Marinezeit:
Inhaltsverzeichnis – Lebenserinnerungen – Marine

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