Meine Marinezeit – 1. Übungsfahrt im Geschwader (Teil 1)

Endlich war es soweit.

Fast hätte ich nicht mehr daran geglaubt, eine richtige Seefahrt zu erleben mit diesem Schiff.

Zwar „nur“ eine Übungsfahrt, aber mit dem gesamten Geschwader inklusive Schießübungen.

Damit Kiel dies auch mitbekam, wurden beim Auslaufen noch im Hafen die Nebelhörner und Typhons kräftig betätigt.

(Dies sind übrigens leise Versionen, circa 5 – 10% der tatsächlichen Lautstärke)

Ein einzelnes Signal wäre wenig aufgefallen, doch im Viererpack als kleine Orchestervorstellung hörte es sich wie ein kleiner Weltuntergang an.

Dies fanden nicht alle aus der Bevölkerung so gut. Was wir in der nächsten Zeitungsausgabe lesen konnten.

Der Standortkommandeur hatte nach Rücksprache mit dem Bürgermeister dann den Befehl herausgegeben, diese übliche und vorgeschriebene Maßnahme erst in der Kieler Förde zu machen.

War wohl etwas zeitlich früh um 6 Uhr die Stadt durch das Fletchergeheule aufzuwecken.

Das sollte jedoch nicht das einzige Mal sein, wo unser Geschwader unangenehm auffiel.

Aber dazu später mehr in anderen Lebenserinnerungen.

Wir hatten erst einmal viel Freude zu zeigen, dass wir mit den anderen Schiffen des Geschwaders mithalten können, obwohl ein Großteil der Mannschaft noch nie zur See gefahren war.

Immerhin waren wir das Führungsschiff mit dem Geschwaderkommandeur an Bord und hatten den von allen verrücktesten Kapitän.

Bis zum Schießen verlief alles wie die Wochen zuvor, bloß dass wir uns unter Zeitdruck gegen die anderen Schiffe in Konkurrenz messen mussten.

Es war ein imposanter Eindruck, das Geschwader in voller Fahrt und bei synchronisierten Manövern zu sehen.

Da erkannte ich, wie ein einzelnes Schiff, egal wie groß es ist, klein in den weiten des Meeres ohne Landkontakt wirkte.

Manche der Übungen erinnerten mich an Spiele aus meiner Kindheit.

Wie zum Beispiel Hinterherlaufen, Ringelpiez, Verstecken, Tauziehen, Indianer und Cowboy oder das lustige Herumtollen kleiner Kinder auf dem Spielplatz.

Bereits nach dem ersten Tag merkte man deutlich den Anstieg des Adrenalins.

Weitere Erinnerungen aus meiner Marinezeit:
Inhaltsverzeichnis – Lebenserinnerungen – Marine
Inhaltsverzeichnis – Lebenserinnerungen – Marine – 1. Dienststelle

2 Antworten zu “Meine Marinezeit – 1. Übungsfahrt im Geschwader (Teil 1)

  1. Eindeutig, eine Seekuh und ein Delfin😉

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