Meine Marinezeit – bis zum ersten Geschwadereinsatz

Die nächsten Wochen vergingen mit täglichen Aus/Übungsfahrten.

Bevor wir in den normalen Dienstbetrieb aufgenommen wurden, musste das Schiff die offizielle Prüfung vom Geschwaderkommandeur und seinem Führungsfachstab bestehen.

Dies bedeutete für mich, wie ebenfalls alle anderen, neben dem normalen Dienstbetrieb, zusätzlich auf alle Durchsagen achten und gemäß der Rollenkarte entsprechend zu reagieren.

In dieser Zeit hatten wir dann die ersten Übernachtungen an Bord, um uns langsam an die vielen Geräusche, die engen Verhältnisse und den Wach-/Arbeitsrhythmus zu gewöhnen.

Denn, auch wenn wir nur vor Anker lagen, oder im Hafen, liefen doch permanent Maschinen, das Wasser schlug an die Außenwände und das Schiff schaukelte leicht.

Wir mussten lernen, dabei zu schlafen, ohne ständig aufzuschrecken.

1. Bilder vom Bordleben

Innerhalb der vorgegebenen Wochen hatten wir das Ziel erreicht, sodass die Einsatzbereitschaftsüberprüfung mit erfolgreicher Abnahme erfolgen konnte.

Danach ging es die Munition für die diversen Geschütze abzuholen und damit waren alle Mann im körperlichen Einsatz.

Wobei die Bootsmänner und Offiziere sich mehr um die Schreibarbeiten kümmerten, denn jedes Munitionsteil musste akribisch aufgelistete werden.

Als Verantwortlicher für das Munitionslager des Geschützturms 2 auf dem Zerstörer lernte ich gleich meine zukünftige Lademannschaft, sowie die einzelnen Granatarten, kennen.

Nachdem wir diese Aufgabe erledigt hatten, wurden wir auf andere Stationen aufgeteilt bzw. ein Teil meiner Mannschaft, die zu 2/3 aus Köchen bestand, verzog sich zum Mittagessen vorbereiten.

Sehr zufrieden, dass wir alles so flott erledigt hatten, spendierte unser Kommandant eine Runde Eiscreme für alle und einen frühen Feierabend.

Wäre uns das nicht gelungen, hätte es am nächsten Tag vermutlich keine Munition mehr gegeben, da das gesamte Zerstörergeschwader beim Aufmunitionieren war.

Unserem Kapitän hätte es sicher nicht geschmeckt, wären wir nicht voll ausgerüstet zur ersten Übungsfahrt angetreten.

Was er uns mit klaren, eindeutigen Worten vorher mitgeteilt hatte und man ihm ohne Weiteres zutraute, entsprechende Maßnahmen vorzunehmen.

Vom Aussehen, fast 2 Meter und breit wie ein Scheunentor hätte er gut auf ein Segelschiff des 18. Jahrhunderts gepasst.

Von den alten Besatzungsmitgliedern wurden uns bestätigt, dass mit ihm nicht zu spaßen sei, würde er verärgert werden.

Allerdings konnte man sich auf ihn uneingeschränkt verlassen, was wir in der kommenden Zeit mehr als einmal feststellten.

Dabei spielte es keine Rolle, ob nun der kleinste Mannschaftsdienstgrad oder ein Offizier Probleme hatte.

Weitere Erinnerungen aus meiner Marinezeit:
Inhaltsverzeichnis – Lebenserinnerungen – Marine

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