Meine Marinezeit – vor der ersten Seefahrt

Nachdem die großen Arbeiten am Schiff fast erledigt waren, sollten nun die Innenausbauarbeiten an die Reihe kommen.

Dazu konnten wir für unsere Arbeitsplätze, soweit es dies zuließ, Änderungswünsche äußern.

Die technischen und militärisch genutzten Bereiche waren allerdings genau vorgegeben.

Normalerweise ist dies eine Sache der Bootsmänner, quasi als Abteilungsleiter, aber da wir ein Team sein sollten, konnte ich meine Meinung und Wünsche dazu äußern.

Allerdings nicht im großen Rahmen, sondern in einem Vieraugengespräch mit dem Rechnungsführer.

Unter anderem wurde meine Schreibtischplatte etwas erhöht und für ausreichend Beinfreiheit gesorgt, wegen meiner langen Beine.

Nicht so einfach in einer Kajüte von circa 10 – 12 qm.

Inzwischen hatte ich einen sehr guten Kontakt zum Versorgungsobermaat aufgebaut.

Dieser sorgte dafür, dass wir sowohl eine neue Schreibmaschine als auch eine Rechenmaschine bekamen.

Ganz abgesehen von dem vielen Kleinkram, welchen man so im Büroalltag benötigt.

Das meiste hatte doch stark gelitten bzw. damit war weniger sorgsam umgegangen worden in den vorangegangenen Jahren.

Manches sah aus, als wäre es seit Inbetriebnahme des Zerstörers 1942 an Bord.

Leider stand keine elektrische Rechenmaschine auf unserer Versorgungsliste.

Daher bekamen wir eine rein Mechanische mit Addieren, Subtrahieren, Dividieren, Multiplizieren über einen Hebel einstellbar.

Nach jeder Eingabe musste man eine Kurbel drehen, damit das Rechenwerk in Gang gesetzt wurde.

Mit ein bisschen Eingewöhnung immer noch besser als alles im Kopf berechnen zu müssen.

Immerhin hatten die Auszahlungslisten zum Teil bis zu 250 Positionen.

Eine neue Erfahrung mit dem Büroeinrichten, was ich bisher in dieser umfangreichen Form noch nicht kannte.

Aber zum Glück hatte mein direkter Vorgesetzter durch seinen Hausbau viel Erfahrung und dachte an viele Kleinigkeiten, die mir so nie eingefallen wären.

Wie wichtig manches werden würde, erkannte ich erst während der längeren Seefahrten, wo man über jede Staumöglichkeit froh war.

Vor dem großen Umzug sollte jedoch erst eine Probefahrt mit Seetauglichkeitsprüfung erfolgen.

Eine überwiegend unerfahrene Mannschaft, die meisten der unteren Dienstgrade hatten bisher nur theoretische Erfahrungen gesammelt.

Dazu gehörte ich ebenfalls, der bis zu diesem Zeitpunkt lediglich einige kleinere Ausflüge mit einem Boot gemacht hatte.

Weitere Erinnerungen aus meiner Marinezeit
Inhaltsverzeichnis – Lebenserinnerungen – Marine

Eine Antwort zu “Meine Marinezeit – vor der ersten Seefahrt

Über einen Kommentar freue ich mich (ACHTUNG: Wenn Ihr hier kommentiert, speichert WordPress Eure IP-Adresse und bei Angabe auch Eure E-Mail. Der Antispamdienst Akismet und Gravatar nutzt diese Daten zur Prüfung. )

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..