Meine Marinezeit – die erste Dienststelle (Teil 1)

Am liebsten hätte ich am Abend mein Auto gepackt, doch wegen der Minustemperaturen verschob ich es doch auf den frühen Morgen vor der Abfahrt.

Nur ungern stieg ich in meine alte Uniform, aber laut Marschbefehl blieb mir keine andere Wahl, obwohl es zweifellos klüger gewesen wäre, es nicht zu tun.

Die Straßen waren alle gut geräumt und so verlief die Fahrt reibungslos.

Bis ich den Elbtunnel erreichte und feststellen musste, dass mich eine leichte Platzangst überfiel, als mir bewusst wurde, dass ich mich jetzt tief unter Wasser befand.

Doch ein paar tiefe Atemzüge halfen mir auch das durchzustehen.

Beim Marinestützpunkt Kiel-Wik angekommen, fuhr ich wie von Sylt gewohnt mit dem Auto direkt bis zum Schlagbaum.

Als man mich in der Gefreitenuniform sah, wurde ich in harschem Ton aufgefordert, mein Fahrzeug auf dem Besucherparkplatz außerhalb abzustellen.

Anschließend mit meinen Marschpapieren beim Wachhabenden ordentlich Meldung machen.

Und damit begann ein heilloses Durcheinander für mich und alle Beteiligten.

Nachdem ich mich als Gefreiter zum Dienstantritt für Z2 meldete, putzte mich ein alter Hauptbootsmann sofort herunter mit den Worten „Ob ich denn nicht mal meinen richtigen Dienstrang wüsste“.

Meine Versuche einer Erklärung scheiterten jedoch an seinem Desinteresse.

Er drückte mir nur kopfschüttelnd den Lageplan des Stützpunktes in die Hand und wies mich an, zu Fuß mit meinem Gepäck, die Landunterkunft meines Schiffes aufzusuchen.

Der dort diensthabende Hauptbootsmann war von der Hauptwache über einen etwas verwirrten Neuzugang informiert worden.

Dementsprechend frostig war der Empfang.

Doch wenigstens gelang es mir hier zu erklären, dass ich einfach nur noch nicht meine richtige Uniform bekommen hatte.

Wegen dieser ungeklärten Umstände bekam ich kein Zimmer zugewiesen.

Ich sollte mein Gepäck im Wäschelager parken, bis der Personaloffizier Bescheid gibt, ob ich nun bei den Mannschaften oder Unteroffizieren untergebracht werde.

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