Meine Jugend – Marine – Feldabschlussübung Teil 2

Gerade fertig mit dem Mittagessen erfolgte schon die Aufforderung „Bereitmachen“.

Was bedeutete, rasch das Feldgeschirr zu säubern und erneut so zu verstauen, dass es nicht klapperte beim Marschieren.

Dieses Mal ging es in den eingeteilten 5-Mann-Gruppen, mit ABC-Schutzmasken und der Vorgabe, dass wir alle gleichzeitig am Ziel ankommen müssen, nochmals über die Landkampfbahn.

Das machte es bedeutend schwerer und der eingeteilte Gruppenführer musste zeigen, wie gut sein Team zusammenarbeitet.

Ich meldete mich freiwillig als Nachhut, der dafür sorgte, dass wir zusammen blieben und geordnet am Ziel auftauchten.

Dadurch konnte ich selbst keinen gleichmäßigen Rhythmus finden und war, als die Übung mit Schießen unter erschwerten Bedienungen abschloss, an der Grenze meiner körperlichen Belastungsgrenze angelangt.

Jedoch war noch immer von Feierabend keine Rede.

Denn dann durften wir noch die Zelte aufbauen, unsere Kampfausrüstung für den nächsten Tag in Ordnung bringen und die Gewehre putzen.

Vorm Abendessen war eine Tagesabschlussbesprechung auf dem Sammelplatz angeordnet, wo unsere Ausrüstung überprüft wurde.

Als wir ohne große Beanstandungen zurück an unsere Schlafplätze durften, hatten wir alle nichts anderes mehr im Kopf als Essen und Schlafen.

Auch wenn es kein Aufenthalt in einem warmen, gemütlichen Bett sein würde, sondern nasskalt im kleinen 1-Mann-Zelt, mit voller Bekleidung, um jederzeit einsatzbereit zu sein.

Zuerst aber erkundeten wir einmal, was sich in den EPa-Tüten (Einmann Verpflegung) befand und entschieden uns jeder für sich eine der Dosen warm zu machen.

Ein großes Holzfeuer durften wir nicht entzünden, wäre zu auffällig für mögliche „Feinde“, laut unserer Ausbilder.

Welche uns die ganze Zeit wie Wachhunde ihre Schafsherde umkreisten, jederzeit bereit einzugreifen, beim kleinsten Missgeschick bzw. Fehler.

Also blieb uns nichts anderes übrig, wollten wir nicht kalt Essen uns mit dem in unserem Gepäck befindlichen Kocher beschäftigen.

Für diesen hatten wir keine Einweisung erhalten, warum auch immer sie der Meinung waren, es wäre nicht notwendig.

Es war nicht so einfach, den Esbitblock, der wie ein Würfelzucker aussah, zum Brennen zu bringen bzw. zu erkennen, dass er bereits brannte, ohne eine große Flamme zu zeigen.

Doch mit Unterstützung eines älteren Kameraden hatte ich es geschafft, den Kocher vorher in der Kaserne zu testen.

Deshalb war ich imstande, jedem meiner Gruppe der Hilfe brauchte, beim Herrichten zu helfen.

Und so saßen wir bald alle, bis auf jenen der Wache hatte, vor unseren Zelten und starrten voller Ungeduld auf die sich langsam erwärmende Fertignahrung.

Gemütlich meine Ration Ravioli, mit einem Stück Kommissbrot als Sättigungsbeilage und einer Tasse Tee genießend, ließ ich den Tag noch mal Revue passieren, bis ich mich zurückzog.

In der Nacht wurde jede Stunde die Wache gewechselt, sodass alle genügend Schlaf bekamen, um fit für den nächsten Tag zu sein, der bestimmt nicht leichter sein würde als der heutige.

Weitere Jugenderinnerungen:
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