Meine Jugend – Marine – fast verpatzte Abschlussprüfung

Schneller als erwartet war das Vierteljahr der Fachausbildung I zu Ende und es stand eine größere schriftliche Prüfung bevor.

Über die ich mir insofern keine Sorgen machte, denn den Lehrstoff kannte ich zu einem gewissen Teil bereits aus meiner kaufmännischen Ausbildung und der Rest schloss sich logisch daran an.

Somit hatte ich viel Zeit am Strand, in der Sonne und im Meer verbracht, was ich bisher nicht kannte.

Lediglich mit einem 8-zeiligen Bandwurmsatz aus dem Umzugsrecht, der nach Angaben des Ausbilders wortgetreu wiedergegeben werden sollte, hatte ich Probleme.

Ich hielt nicht viel vom reinen Auswendiglernen formaler Texte.

Für mich war es bedeutend wichtiger, den Sachverhalt zu verstehen und den richtigen Umgang mit den daraus entstehenden Schlussfolgerungen.

Also entschloss ich mich diesen Satz aufzuschreiben und kurz vorher nochmals gründlich durchzulesen.

Doch leider vergaß ich total, dass ich diesen Zettel eingesteckt hatte.

Deshalb reagierte ich auch nicht auf die Aufforderung, beim Betreten des Prüfungsraums alle unerlaubten Hilfsmittel wegzuwerfen.

Als ich dann vor allen anderen fertig, nur noch gelangweilt da saß, kam das einem der Aufsicht führenden Unteroffiziere verdächtig vor.

Dies veranlasste ihn von mir, das Leeren meiner Taschen zu verlangen.

Nachdem er meinen in der Hosentasche vergessenen Zettel fand, musste ich ihm meine Testbögen aushändigen und im Vorraum auf die Entscheidung des weiteren Vorgehens warten.

Da saß ich nun voller Unruhe, mit einem heftigen Grummeln im Magen, bis ich erfuhr, dass sich die Prüfungskommission für eine separate mündliche Prüfung, die den kompletten Lehrstoff beinhaltete, entschied.

Meine schriftlichen Ergebnisse würden ohne diese eine „wichtige“ Frage bewertet.

Das Ergebnis dieser Prüfung ergab dann, dass ich dennoch als einer der Jahrgangsbesten abschließen konnte und meiner weiteren Ausbildung nichts im Wege stand.

Das Allerwichtigste allerdings war für mich, dass diese bestens abgelegte mündliche Prüfung zutage brachte, dass ich keinen Schummelzettel nötig hatte.

Außerdem hätte ich schon während der Grundausbildung überdeutlich die Befähigung zu einem guten Unteroffizier gezeigt, was man mir durch eine Unachtsamkeit meinerseits nicht verbauen wolle.

Dennoch solle ich mit dem mir gegebenen Vertrauensbonus nicht zu leichtsinnig umgehen, warne die Schlussworte meines Inspektionschefs.

Meine Befürchtungen, einen negativen Eintrag in meiner Führungsakte zu bekommen, erwiesen sich zu meinem Glück als gegenstandslos.

Weitere Jugenderinnerungen:
Inhaltsverzeichnis – Lebenserinnerungen – Jugend
Inhaltsverzeichnis – Lebenserinnerungen – Marine

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