Meine Jugend – Marine – Grundausbildung (der erste Heimaturlaub)

Endlich war er da, der erste Heimaturlaub nach insgesamt sechs Wochen Grundausbildung.

Und ich war sehr verwundert, welch seltsames Gefühl mich erfasste, bei dem Gedanken „nach Hause“ zu fahren.

Denn ich spürte ganz deutlich, dass die Kaserne bereits ebenso zu einer Art zweitem Zuhause geworden war.

Obwohl wir auch in Zivilbekleidung abfahren durften, entschied ich mich für die Uniform.

Ich war mir sicher, dass mich so mancher aus meiner Verwandtschaft spätestens am Samstag begutachten kommen würde.

Darüber hinaus mussten wir sowieso immer unseren Truppendienstausweis und Urlaubsschein bei uns führen, falls wir von Feldjägern kontrolliert würden.

Eine weitere neue Erfahrung, dass wir uns außerhalb der Kaserne, ob in Uniform oder Zivilbekleidung, wenn nötig als Marineangehörige zu erkennen geben und dementsprechend verhalten mussten.

Je weiter sich der Zug von der Küste entfernte, umso intensiver wurde ich von Fahrgästen beachtet, fiel mir auf.

Wobei es zum größten Teil ältere Männer gewesen sind, die ebenfalls in jungen Jahren bei der Marine oder zur See gefahren waren, die mir gleich vertrauensselig ihre Seemannsgeschichten erzählten.

Wobei oft eine gehörige Portion Seemannsgarn dabei war, denn danach wäre jeder Zweite mindestens einmal bei Sturm und Unwetter um Kap Horn gesegelt.

Da ich nicht viel erzählte und vor allem keine Abenteuer zu berichten hatte, erlosch das Interesse aber bei den meisten recht schnell.

Damit durfte ich wieder in Ruhe meinen Gedanken nachhängen und meinen Aufenthalt zuhause planen.

Viel Zeit blieb ja nicht, schließlich musste ich am Sonntagmittag erneut nach Sylt zurückfahren.

Wobei ich es dieses Mal bequemer haben würde, denn ein Kamerad aus Saarlouis würde mich mit seinem Auto mitnehmen.

Spät am Abend endlich angekommen, wurde ich von meinen Eltern am Bahnhof abgeholt.

Nach einer herzlichen Begrüßung ging es ohne Umwege direkt nach Hause.

Nach einem gemeinsamen Abendessen und Erzählungen, was die letzten Wochen bei mir und meiner Familie alles passiert war, verschwand ich relativ rasch in meinem Zimmer, um früh schlafen zu gehen.

Obwohl ich einen eigenen Fernseher im Zimmer hatte, kam ich seltsamerweise nicht auf die Idee, diesen wie früher einzuschalten.

Und musste ebenso beim Versuch einzuschlafen feststellen, dass mir die Schlafgeräusche meiner Kameraden fehlten.

Mit einem Wort, es wurde mir voll bewusst, wie intensiv sich mein Leben schon auf die bevorstehenden Jahre bei der Marine eingestellt hatte.

Weitere Jugenderinnerungen:
Inhaltsverzeichnis – Lebenserinnerungen – Jugend
Inhaltsverzeichnis – Lebenserinnerungen – Marine

Über einen Kommentar freue ich mich (ACHTUNG: Wenn Ihr hier kommentiert, speichert WordPress Eure IP-Adresse und bei Angabe auch Eure E-Mail. Der Antispamdienst Akismet und Gravatar nutzt diese Daten zur Prüfung. )

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.