Meine Jugend – Marine – Grundausbildung (bis zum 1. Heimaturlaub)

Nach diesem erfreulichen Chorbesuch, verbrachte ich alle meine Freizeit damit, mir Tonbänder von Auftritten anzuhören und dem Umschreiben der Klaviernoten auf meine Instrumente in Es Alt bzw. B.

Eher misstrauisch wurde ich von meinen Kameraden und dem einen oder anderen Ausbilder beobachtet, was ich da in meiner kargen Freizeit treibe.

Denn ich hatte nicht das Bedürfnis, sofort alle von meinen Plänen zu informieren.

Zuerst wollte ich einmal mein Saxophon und meine Klarinette hier haben und ein paarmal bei den wöchentlichen Chorproben dabei sein.

Dann würde es sich sowieso nicht mehr verheimlichen lassen, weil ich ja regelmäßig üben müsste.

Ein Problem, was ich mit Hilfe des Chorleiters hoffte in den Griff zu bekommen.

Zum einen musste ich die Erlaubnis bekommen meine Instrumente auf dem Zimmer zu lagern und dann einen Platz finden zum regelmäßigen Üben.

Der Exerzierboden unterm Dach schien mir eine gute Lösung, allerdings kam man dort nur mit Sondererlaubnis des Inspektionsschef hinein.

Wegen des ungewohnten Lärms, wie der Schreibstubenunteroffizier meinte, müsste sowohl die Hauptwache als auch der Lehrgruppenkommandeur zumindest informiert werden.

Für mich verging dadurch diese Woche wie im Flug, da es sonst nichts Neues gab und das bisher Gelernte mir immer vertrauter wurde.

Im Gegenteil sah ich die ganze Aktion als eine Übung an, wie ich später auf meinem Dienstposten mit bestimmten Vorgängen umzugehen hatte.

Es gibt für fast alles einen Weg, wenn man die entsprechenden Dienstvorschriften kennt und weiß wer diese zu Gunsten des Antragstellers interpretieren kann.

Am fünften Sonntag durften wir endlich in kleinen Gruppen, unter Führung eines Ausbilders, in Uniform „an Land“ gehen.

Im allgemeinen Sprachgebrauch hatte sich die Marineversorgungsschule als „das Betonschiff“ eingebürgert.

Damit wurde das Verlassen des Kasernengeländes gleichbedeutend, als wenn wir von einem Schiff Festland beträten.

Auch wenn auf Sylt noch nicht viele Touristen unterwegs waren, kamen wir uns zum Teil vor, wie eine Herde seltener Tiere, die durch die Stadt (Westerland) geführt wurden.

Woran die seltsame Hosenform ohne Gürtel, das Oberteil ohne Knöpfe mit einem Schlabberlatz auf dem Rücken und einem Hut, der aussah, wie ein Hubschrauberlandeplatz mit Bändern, die im Wind flatterten, nicht ganz unschuldig waren.

Die restliche Zeit bis zum ersten Heimaturlaub verlief ansonsten ohne nennenswerte Ereignisse.

Außerdem überwog die Vorfreude auf ein paar wirklich freie Tage ohne Kaserne und Beaufsichtigung alle Unannehmlichkeiten.

Weitere Jugenderinnerungen:
Inhaltsverzeichnis – Lebenserinnerungen – Jugend
Inhaltsverzeichnis – Lebenserinnerungen – Marine
InhaltsverzeichnisLebenserinnerungen – Musik

Über einen Kommentar freue ich mich (ACHTUNG: Wenn Ihr hier kommentiert, speichert WordPress Eure IP-Adresse und bei Angabe auch Eure E-Mail. Der Antispamdienst Akismet und Gravatar nutzt diese Daten zur Prüfung. )

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.