Meine Jugend – Marine – 1. Sonntag der Grundausbildung

Am Sonntag wurde erst um 7:00 Uhr geweckt und die Zeit zum Frühstücken war ebenso länger.

Nach dem Morgenappell und einem kurzen Reinschiff hatten wir die Zeiten bis zum gemeinsamen Essen zur freien Verfügung.

Wobei es auch die Möglichkeit gab, an einem gemischten überkonfessionellen Gottesdienst beim Militärkaplan teilzunehmen.

Die meisten nutzten es, um eine Postkarte oder Brief nach Hause zu schreiben.

Als mein Brief mit allen Informationen, wie es mir geht und einer Postkarte mit der Ansicht der Kaserne abgeschickt war, fühlte ich mich irgendwie erleichtert, weil ich wusste, dass man sich zu Hause jetzt weniger Sorgen machen würde.

Ohne Fernseher oder der Möglichkeit, sich außerhalb die Zeit zu vertreiben, wurde es für einige ein langer unbequemer Sonntag, der zum Nachdenken anregte.

Die seltsamsten Ideen wurden in der Stube laut wie: „Am Montag kündige ich meinen Vertrag“, oder „Ich marschiere einfach aus dem Tor der Hauptwache und fahr nach Hause“, oder „Ich klettere in der Nacht über den Stacheldrahtzaun und geh lieber zur Fremdenlegion“.

Ich hingegen genoss es, endlich ein bisschen mehr Ruhe zu haben, um einiges nachzulesen, was unter der Woche nur kurz angesprochen wurde.

Bis auf die Tatsache, mich nicht frei außerhalb des Kasernengebäudes bewegen zu können, war ich ganz zufrieden mit dem Sonntag.

Vor allem, nachdem ich es doch noch schaffte, einen kurzen Anruf bei meinen Eltern zu tätigen.

Da ich während der Woche gut aufgepasst hatte traute ich mich, den Unteroffizier vom Dienst auf eine Möglichkeit zum Telefonieren anzusprechen.

Er konnte es mir zwar nicht erlauben, aber gab es zur Entscheidung an den wachhabenden Offizier weiter.

Zu meinem Glück war dies der Inspektionsschef, der einen Schlüssel zur Schreibstube hatte und dem mein Auftreten nach den paar Tagen in der Ausbildung außerordentlich zusagte.

Allerdings unter der strengen Auflage das Telefonat kurz zu halten und auf keinen Fall es anderen weitererzählen solle.

Ein weiterer Vorzug, dass ich nicht direkt von der Schule kam, sondern bereits beruflich Erfahrung sammelte, wie man mit Vorgesetzten umzugehen hat, wenn man etwas möchte.

Weitere Jugenderinnerungen:
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