Meine Jugend – Marine – 1. Samstag der Grundausbildung

Bereits nach der ersten Woche kam eine gewisse Routine auf, und so war es für mich kein Problem, dass für den Samstag ebenfalls Dienst auf dem Tagesplan stand.

Meine offenbar angeborene stoische Gelassenheit, ließen mich weitgehendst unberührt die bisherigen Änderungen in meinem neuen Lebensabschnitt bei der Marine akzeptieren.

Abweichend dem üblichen Ablauf ging es diesmal, nach dem Aufstehen und der Morgenmusterung, zuerst zum Frühstücken, denn es stand Großreinschiff auf dem Tagesbefehl.

Mit den Gedanken, was dies nun wieder zu bedeuten habe und da sowieso die Zeit zum Essen sehr knapp war, verlief es weitgehend in aller Stille.

Keiner hatte unbedingt Lust unangenehm aufzufallen und eventuell eine kleine Strafarbeit zu riskieren.

Wie immer wurde pro Stube einer ausgesucht, der die allgemeinen Räume putzen musste, und die Restlichen die gemeinsame Stube.

Es wurde eine „White Glove“ Inspektion angekündigt, was so viel bedeutete, dass der Zugführer mit „weißen Handschuhen“ jede Ritze und jeden Winkel begutachten würde.

Außerdem würde eine Spind-Kontrolle durchgeführt, ob diese gemäß den Vorschriften eingeräumt und gepflegt seien.

Obwohl wir zwei Stunden länger Zeit hatten und uns noch so anstrengten, war es unmöglich, diese Inspektion ohne Beanstandung zu überstehen.

Daher ging es nach dem Mittagessen zum Nachputzen der beanstandeten Dinge.

Nach der Nachkontrolle ging es mit fast dem kompletten Ausbildungszug zum Kasernenfriseur.

Wie am Fließband bekamen wir alle mit einer Maschine den gleichen kurzen Haarschnitt verpasst.

Nicht gerade angenehm im April auf der Insel Sylt bei Temperaturen unter 10 Grad Celsius.

An diesem Wochenende wurde mir auch bewusst, warum wir die ersten Wochen die Kaserne nicht verlassen durften.

Ganz sicher wären einige am Montag nicht mehr erschienen.

Denn was für mich ein großes interessantes Abenteuer war, überforderte manch andere völlig.

Zumindest aber wurde der Samstagabend zur eigenen Verfügung freigestellt, allerdings ohne Erlaubnis das Gebäude alleine zu verlassen.

Zum Glück hatten wir auf der 7-Mann-Stube nur zwei die gelegentlich für Unruhe sorgten, die jedoch auf einer anderen Stube verschwanden, wo mehr los war, als bei uns.

Ich genoss es, endlich etwas Zeit für mich zu haben und die vergangene Woche in Gedanken Revue passieren zu lassen.

Lediglich bereitete es mir leichtes Kopfzerbrechen, wie ich es anstellen könnte, den vereinbarten Anruf bei meinen Eltern hinzubekommen.

Weitere Jugenderinnerungen:

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