Meine Jugend – Marine – der erste Unterricht/Einweisung

Nach dieser mehr als anstrengenden Einkleideaktion, waren wir froh, endlich eine Zeitlang sitzend verbringen zu können.

Aber dennoch war von Ausruhen oder einfach berieseln lassen keine Rede.

Was sich theoretischer Unterricht nannte, stellte sich tatsächlich als strikte Anweisungen für den Alltag als Marinesoldat dar.

Mir lag diese Form der Wissensvermittlung sehr, da ich mehr dem Praktischen als reinen Theoretischen zugewandt war.

Die zuvor gespürte Müdigkeit verschwand und wurde durch erhöhte Aufmerksamkeit ersetzt.

Sehr schnell stellte ich fest, dass entweder die Industrie sich vieles vom Militär abgeschaut hat, (Ablauforganisation, den Schriftverkehr etc.) oder umgekehrt.

Denn alles wurde in sogenannten zentralen Dienstvorschriften (ZDV‘s) eindeutig geregelt.

Sogar wie eine solche aufgebaut und gepflegt sein muss, stand in einer Eigenen exakt festgeschrieben.

Für mich natürlich von großem Vorteil, da ich hier einen deutlichen fachlichen Vorsprung gegenüber den meisten meiner Kameraden hatte, die direkt von der Schule kamen.

Ich kam kaum dazu, während der wenigen Unterrichtsunterbrechungen in den ausgehändigten Unterlagen zu lesen.

Die meiste Zeit in den kurzen Pausen verbrachte ich damit, den anderen einiges von dem neuen zu erklären und mit praktischen Beispielen zu verdeutlichen.

Als Praktiker machte ich mir keine Gedanken darüber, warum etwas so war, wie es von den Ausbildern unterwiesen wurde, sondern akzeptierte es als notwendiges Übel.

Zumindest, wenn es irgendwie einen vernünftigen Sinn für mich ergab.

Für viele war es allerdings nicht einsichtig, dass es sich bei der Marine nicht um einen Debattierklub handelte.

Nicht gefiel mir jedoch, dass ich durch diese Hilfestellungen sehr stark ins Blickfeld der Ausbilder geriet, die sofort mich als möglichen Unruhestifter ansahen.

Hatte ich ja bereits die Aufmerksamkeit dadurch, als einzige Zeitsoldat in diesem Jahrgang, der nur einfacher Matrose ohne Zusatz U.A. (Unteroffiziersanwärter), war.

Warum ich mit diesem untersten Dienstrang als Soldat auf Zeit eingestellt wurde, erfuhr ich erst drei Jahre später durch Zufall.

Konnte mir indes gut vorstellen, woran es wohl gelegen haben könnte.

Für mich indessen völlig unwichtig, denn mein sehnlichster Wunsch drehte sich ausschließlich darum zur See zu fahren.

Viel zu schnell verging für mich der Nachmittag und nur der stärker werdende Hunger erinnerte mich daran, dass es bald soweit wäre fürs Abendessen.

Leider sollte ich ebenfalls am Abend keine Möglichkeit bekommen, mich intensiver mit dem ausgehändigten Handbuch des Marinesoldaten zu beschäftigen.

Denn unsere Ausbilder hatten anderes vorgesehen und dies zeigte uns deutlich, dass es in den nächste drei Monaten keinen wirklichen Feierabend geben wird.

Weitere Jugenderinnerungen:
Inhaltsverzeichnis – Lebenserinnerungen – Jugend
Inhaltsverzeichnis – Lebenserinnerungen –Marine

4 Antworten zu “Meine Jugend – Marine – der erste Unterricht/Einweisung

  1. „Like“ – die Funktion setzt bei mir mal wieder aus 😱

    Gefällt 1 Person

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