Meine Jugend – der Zelturlaub (vor der Abfahrt)

Mit meinem neuen Kleinkraftrad war es für mich nun ein leichtes, meinen gleichaltrigen Cousin, der die gleiche Vorliebe für schnelle Zweiräder hatte, zu besuchen.

Gemeinsam, mit seinen Freunden, machten wir so regelmäßig am Wochenende die Umgebung unsicher.

Ich selbst hielt mich bei mir zu Hause etwas zurück, da mir die letzten Ermahnungen des Jugendrichters noch in den Ohren klangen und ich meine Pläne, als Zeitsoldat bei der Marine, nicht gefährden wollte.

War aber sofort dabei, als mein Cousin mir im Sommer einen einwöchigen gemeinsamen Zelturlaub vorschlug.

Da es mein erster richtiger Urlaub war, nahm ich mir bereits einen Tag vorher frei, um alles in Ruhe vorzubereiten.

Für meine Ersatzbekleidung und den Proviant kaufte ich mir extra Satteltaschen.

Einen Schlafsack bekam ich von einem meiner Onkel geliehen und auf dem Tank befestigte ich eine Plastikhülle für die Landkarte.

Um sicher zu sein, dass ich so vollgepackt gut durch den Verkehr komme, fuhr ich vorher auf den örtlichen ADAC-Platz, mich ein bisschen einzuüben.

Vor der Abfahrt hielt ich noch bei meinem Stammlokal, für eine kurze Billardrunde und um einen Freund abzuholen, der mit in den Urlaub fahren wollte.

Mitten im schönsten Spiel hörte ich ein mir nur zu gut bekanntes Geräusch eines startenden Motors.

Dieser röhrende Klang, knapp an der Grenze des Zulässigen, war in unserem Ort fast einmalig.

Wie der Blitz stürzte ich vor die Türe und sah jemand Fremdes, schlingernd, mit meiner voll bepackten Maschine, davonfahren.

Durch das Gepäck war es nicht so einfach, sie unter Kontrolle zu halten.

Besonders, wenn man die zusätzlichen Pferdestärken und den Hochlenker nicht gewöhnt war.

Sofort waren ein paar aus dem Lokal bereit, mit mir die Verfolgung aufzunehmen.

Der Wirt hatte ebenfalls mitbekommen, was los war, sodass es kein Problem gab, meine offene Getränkerechnung später zu begleichen.

Als der Dieb feststellte, dass er eine Horde wilder Verfolger am Hals hatte, fuhr er vor Schreck geradewegs in den nächstgelegenen Acker.

Bereits nach kurzer Zeit legte er sich auf die Nase.

Anschließend lief er den, am anderen Ende des Ackers, wartenden Polizisten, in die Arme.

Ihm war der Polizeigewahrsam wohl lieber, als eine Aussprache mit mir, welche bestimmt nicht nur bei Worten geblieben wäre.

Die Polizei hatte der Wirt des Lokals telefonisch informiert.

Er kannte meine mitunter heftigen emotionalen Ausbrüche und wusste, was dem Dieb bevorstand, wenn ich ihn erwische.

Nachdem sie mich dann natürlich auch davon abhielten, ihm meinen Unmut zu verdeutlichen, musste ich mich mit einer offiziellen Anzeige gegen ihn zufrieden geben.

Bevor ich nun in den geplanten Urlaub starten konnte, überprüfte ich gründlich meine Maschine auf mögliche Beschädigungen.

Zum Glück konnte ich jedoch nichts finden und so machten wir uns etwas verspätet auf den Weg zum circa 50 km entfernten Treffpunkt.

Weitere Jugenderinnerungen:
Inhaltsverzeichnis – Lebenserinnerungen – Jugend

2 Antworten zu “Meine Jugend – der Zelturlaub (vor der Abfahrt)

  1. Wenn einer eine reise tut ….
    Segen und danke fürs teilhaben lassen.
    … von Herz zu Herz …
    M.M.

    Gefällt 1 Person

  2. Das war sicher ein großer Schreck für dich – aber zum Glück gat es ja ein gutes Ende gefunden 👍

    Gefällt 1 Person

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