Meine Jugend – unruhige Samstage , Teil 3

Eines Tages, an einem dieser unruhigen, mit viel aggressiver Energie geladenen Samstagen, liefen mir bereits am Eingang zu meinem Stammlokal, dem Bierkeller, drei mir fremde Handwerksgesellen in ihrer Wanderkluft über den Weg.

Schon der erste Eindruck, den sie machten, ließ mich nichts Gutes erahnen.

Während des gesamten Abends fielen sie permanent durch ihre Lautstärke und Raum einnehmenden Art auf.

Diverse Ermahnungen des Wirts oder anderer Gäste ließen sie ungerührt weiter machen.

Doch so lange sie sich aus meinem Dunstkreis raus hielten, waren sie zwar lästig, aber nicht störend genug für mich, um aktiv zu werden.

Dies änderte sich jedoch abrupt, als der Wortführer mich wegen eines Bieres ansprach.

Wobei ich mich nicht mehr erinnere, ob er eines ausgeben, oder von mir eines ausgegeben haben wollte.

Ich starrte ihn nur verächtlich an und anschließend durch ihn hindurch, Richtung Ausgang, als wenn dort etwas Interessantes zu sehen wäre.

Aber als er dann vor mir auf den Boden spukte und dazu meinte, wenn ich mich stark genug fühle, solle ich es aufheben, merkte ich, wie eiskalter Zorn in mir hochkroch.

Dass es urplötzlich mucksmäuschenstill im Lokal wurde, bemerkten weder er noch seine Kumpels.

Offensichtlich waren sie zu betrunken, um die für mich schon fast körperlich spürbare knisternde Spannung im Raum wahrzunehmen.

Eine kurze Überlegung mit ihm nach draußen zu gehen, verwarf ich rasch und entschied, gleich für geordnete Verhältnisse zu sorgen.

Das Ergebnis waren eine gebrochene Nase bei dem Wortführer und eine aufgeplatzte Lippe, sowie geprellte Rippen bei den anderen beiden, die meinten ihrem Anführer helfen zu müssen.

Aber auch die Erkenntnis nicht mit blanker Faust auf den Mund zu schlagen, wenn ich keine geprellten Fingerknöchel riskieren möchte.

So schnell der Zorn kam, war er verschwunden.

Ich schaute nach, was den anderen passiert ist, die nun scheinbar ernüchtert und friedlich, leise vor sich hin wimmernd, alles weitere über sich ergehen ließen.

Aus versicherungstechnischen Gründen musste der Wirt einen Krankenwagen und die Polizei rufen.

Welche mich als alten Bekannten gleich mit aufs Revier nahmen, um ein ausführliches Protokoll aufzunehmen.

Von den anderen Anwesenden wurden lediglich die Namen und Meldeadressen direkt vor Ort erfasst.

Zum Glück wurde der Ablauf von allen Gästen bestätigt, sodass ich dieses Mal ohne eine Strafe davonkam.

Weitere Jugenderinnerungen:
Inhaltsverzeichnis – Lebenserinnerungen – Jugend

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