Meine Jugend – Tanzschule

Bei der Schulabschlussfeier wurde ich zum ersten Mal mit meinen fehlenden Tanzkenntnissen und Tanzfähigkeiten konfrontiert.

Denn im Gegensatz zu den anderen, die es ganz offensichtlich nicht störte, ihr fehlendes Können mit Hampelmannfiguren wettzumachen, dass sich Discodancing nannte, hatte ich das Bedürfnis es doch ordentlich zu lernen.

Nachdem die Versuche, es mir von meiner Mutter und Schwester beibringen zu lassen, leider fehlschlugen, beschloss ich im Herbst des darauffolgenden Jahres, einen Tanzkurs zu belegen.

Auf etwa halbem Weg zu meiner Lehrstelle war die örtliche Tanzschule, in einem kleinen schlossähnlichen alten Haus, das ich schon vom Zeitungsaustragen mit meiner Mutter kannte.

Mit einem leicht flauen Gefühl im Magen machte ich mich also am ersten Abend auf den Weg zum Unterricht, gespannt, was ich so erleben würde.

Denn, wie sollte es anders sein, war ich mit meinen 15 Jahren der jüngste Teilnehmer und die anderen meistens 17 – 18 Jahre alt.

Der Kurs war eigentlich auch für unverheiratete zwischen 16 und 18 Jahren ausgeschrieben.

Nach einer kurzen allgemeinen Einführung wurden uns die ersten Tanzschritte vom Inhaberehepaar der Tanzschule, die gleichzeitig unsere Lehrer waren, gezeigt.

Zuerst einmal ohne Musik, um ein Gefühl für die Bewegungen zu bekommen.

Noch sehr unsicher versuchten wir es dann, ohne Partnerin bzw. Partner nachzumachen.

Mit jedem Mal machte es mehr und mehr Spaß.

Aber die wirkliche Herausforderung kam, als wir in Pärchen tanzen sollten.

Einige waren mit ihren Freunden/Freundinnen gekommen und andere waren eventuell dort auf der Suche nach so jemandem.

Um mir nicht unnötige Körbe abzuholen, warte ich, bis sich die zusammengehörigen gefunden hatten.

Anschließend schaute ich die noch nicht vergebenen an, um herauszufinden wo eventuell Interesse besteht.

Die meisten anderen hingegen stürmten, wie eine wilde Horde, auf die ins Auge gefasste zu, um vor möglichen Konkurrenten dort anzukommen.

Nur selten war ich unzufrieden mit meiner Auswahl, da ich lediglich zum Tanzvergnügen jemanden suchte.

Gelegentlich hatte ich das Vergnügen mit der Tanzlehrerin, eine mit vielen Preisen ausgezeichnete Turniertänzerin, eine Runde drehen zu dürfen.

Meine steifen, ungelenken Tanzschritte machte sie wett, mit ihrer grazilen Art und der unmerklichen Übernahme der Tanzführung.

Bei Damenwahl, was regelmäßig vorkam, musste ich nie lange warten, bis ich aufgefordert wurde.

Stück für Stück lernte ich die wichtigsten Tanzstile wie langsamer Walzer, Wiener Walzer, Foxtrott, Tango, Quickstepp, Cha-Cha-Cha, Rumba, Boogie und Rock n’ Roll.

Natürlich erlernten wir ebenso die modernen Tanzstile für Discobesuche, die jedoch überwiegend nicht unbedingt meinem Geschmack entsprachen.

Ich bevorzugte eher Tänze mit näherem Körperkontakt, was gut an meinen leicht zu groß geratenen Füßen liegen konnte.

Auch besuchte ich in dieser Zeit das eine oder andere Mal die Tanzveranstaltungen, die an den Wochenenden dort stattfanden, wenn ich keine Auftrittstermine mit der Band hatte.

Doch lernten wir nicht nur das Tanzbein schwingen.

Sondern ebenso die Grundkenntnisse des richtigen Benehmens beim Auffordern zum Tanzen, der Dame in und aus dem Mantel zu helfen, welches Besteck zu welchem Essensgang gehörte, Konversation beim Essen und vieles mehr.

Was sich bereits in den nächsten Jahren für mich als äußerst nützlich erweisen sollte.

Weitere Jugenderinnerungen:
Inhaltsverzeichnis – Lebenserinnerungen – Jugend

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