Meine Jugend – Lehrzeit – Einkaufsabteilung – Folienlager

Nachdem ich das Projekt Altablage abgeschlossen hatte, fing ich an, mich nach neuen Herausforderungen im Einkauf umzusehen.

Bereits zu Beginn war mir aufgefallen, dass von einem geordneten Lager für die Roh- und Hilfsstoffe kaum zu sprechen war.

Zumindest konnte ich keine Ordnung dort erkennen.

Ich hatte das Gefühl, es wurden einfach die aktuellen Lieferungen irgendwohin gepackt, wo gerade Platz war.

Ganz nach dem Motto „Wenn man weiß, wo zu suchen ist, wird es auch gefunden – früher oder später“.

Wobei ich niemand unterstellen wollte, ein kleiner Chaot zu sein, es widersprach eben allein meinem Ordnungssinn.

Da ich wenig davon hielt, jemanden rein theoretisch zu überzeugen, entschloss ich mich sogleich, eines der Regale, als Muster vorzubereiten.

Der kleinste Lagerbereich der Etiketten und Folien erschien mir am besten geeignet, um mit einer Umorganisation zu beginnen.

Erst einmal machte ich eine Bestandsaufnahme des Materials und sortierte es, wie es mir am vernünftigsten zum wieder Auffinden schien.

Zum effektiveren Zugriff zeichnete ich noch einen Lageplan, den ich am Regal befestigte.

Nachdem alles zu meiner Zufriedenheit war, präsentierte ich es dem Einkaufsleiter.

Dieser war im ersten Moment wenig begeistert, sein Wareneingangsregal, nach seiner Ansicht, durcheinander vorzufinden.

Doch mehrere praktische Tests zeigten ihm so viele Vorteile, dass er mich bat, noch die restlichen Regale in gleicher Weise umzuorganisieren.

Was er allerdings nicht ahnte, dass ich dabei Dinge zutage förderte, die in der hintersten dunklen Ecke, vor sich hin schlummerten und an die am liebsten, keiner mehr daran denken wollte.

Unter anderem fand ich Folienrollen, die scheinbar feucht wurden und nun stark gewellt, für die Maschinenverarbeitung unbrauchbar waren.

Reste von Aktionsetiketten, an denen sich bereits der Klebstoff auflöste oder mit der Papierschicht zu einer untrennbaren Einheit verbunden hatten.

Material welches nur noch als unbrauchbar ausgebucht werden konnte und damit zumindest den Bilanzgewinn reduzierte.

Dies führte dazu, dass ich vor Ende meiner Lehrzeit in voller Verantwortung dieses Lager übertragen bekam, mit einer offiziellen Einkaufsvollmacht bis 1.000 DM pro Bestellung.

Bisher hatten in dieser Firma lediglich manche Abteilungsleiter überhaupt eine selbstständige Handlungsvollmacht.

Regelmäßig mussten sie sich eine zweite Unterschrift von einem der drei Prokuristen zusätzlich holen.

Sowohl mein Abteilungsleiter als auch der Firmeninhaber waren der Meinung, damit die beste Entscheidung getroffen zu haben, dem ich nicht widersprechen konnte.

Somit war eindeutig klar, wo mein Platz, nach meiner Lehrzeit, sein wird.

Stück für Stück übernahm ich immer weitere Einkaufs- bzw. Lagerbereich in eigenständiger Verantwortung.

Noch immer an einem kleinen Beistelltisch des Einkaufsleiters sitzend, vergrößerte ich meinen Arbeitsbereich Richtung Lager- und Bestandsverwaltung.

Natürlich brauchte ich regelmäßig das erfahrene fachliche Auge meines Vorgesetzten, gerade bei der Materialkontrolle.

Aber er nutzte jede Möglichkeit, mir Arbeiten zuzuschieben, damit er sich mehr, um den Bau seines Hauses kümmern konnte.

In meiner neuen Verantwortung übernahm ich regelmäßig Kontrollgänge im Betriebsbereich, um dort Ausschau, nach nicht benötigten Betriebsstoffen, zu halten.

Dem Assistenten des Betriebsleiters missfiel dies, da er der Meinung war, ich würde damit in seinen Verantwortungsbereich eingreifen.

Mit ihm sollte ich noch einige Auseinandersetzungen deswegen und anderen Dingen haben.

Wobei ich nicht dort arbeitete, um Freunde zu finden, sondern einen guten Job zu erledigen.

Der Firmeninhaber und ebenso der Betriebsleiter jedoch fanden es gut, dass nun nicht mehr in jeder Ecke irgendetwas herumstand und keiner so recht wusste warum.

Irgendwie erinnerte mich meine aktuelle Arbeit an die Zeit, als ich den Dachboden ausmistete und ordentlich reorganisierte, nachdem ich ihn restauriert hatte.

Weitere Jugenderinnerungen:
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