Meine Jugend – Sommerurlaub im 3. Lehrjahr

Im dritten Lehrjahr stellte sich, wie die ersten beiden Jahre davor, erneut die Frage, wie ich die drei Wochen Urlaub, die ich am Stück nehmen musste, verbringen sollte.

Bei meinen Großeltern rumzuhängen fand ich öde und der Gedanke alleine zu verreisen, vermittelte mir ein unangenehmes Unwohlsein, das mir nicht erklärbar war.

Träumte ich ja bereits damals davon, beruflich durch die Welt zu trampen.

Da traf es sich gut, dass mein Onkel angefangen hatte, für sich und seine Familie im vorderen Odenwald ein Haus zu bauen und jede Hilfe dringend gebrauchen konnte.

Nachdem sowohl er, als auch alle anderen Mithelfer, lediglich das Wochenende zur Verfügung hatten, konnte ich während der Woche vieles vorbereiten.

Ebenso waren hier meine erworbenen Kenntnisse aus dem Einkauf hilfreich.

Die angelieferten Baustoffe wurden nicht bloß von mir entgegen genommen und auf Vollzähligkeit geprüft, sondern gleichermaßen sofort auf Mängel kontrollierte.

Nachdem diese Arbeit ansonsten an meiner Tante hängen geblieben wäre, genoss ich es in vollen Zügen, von ihr dafür großzügigst bekocht zu werden.

Dass ich beim zwischendurch Faulenzen im Garten die halben Obstbäume und Erdbeerfelder leer futterte, kostete sie nur ein breites Grinsen.

Zwischendurch fand sich genügend Zeit für mich, um immer wieder Abkühlung, im örtlichen Schwimmbad zu genießen.

An jedem Wochenende konnte,durch meine Vorarbeit, ein Stockwerk fertig gemauert werden.

Nachdem die Mauern entsprechend getrocknet waren, erfolgte jeweils am Mittwoch das Verlegen der Fertigdecke, durch eine Fremdfirma.

Auch da achtete ich darauf, dass alles ordentlich durchgeführt wurde.

War dies erledigt, schleppte ich die folgenden beiden Tage die Steine fürs nächste Stockwerk nach oben.

Dort verteilte ich sie so, dass am Samstag nur noch der Mörtel benötigt wurde, um die Wände hochzuziehen.

Bis die Türen und Fenster eingesetzt waren, übernachtete ich auf der Baustelle in einem Zelt, um dafür Sorge zu tragen, dass kein Baumaterial verschwinden konnte, was ich letztendlich sogar als richtiges Abenteuer genoss.

Gemütlich an einem kleinen Lagerfeuer träumte ich vor mich hin, wenn ich nicht gerade etwas Spannendes zum Lesen zur Hand hatte.

Leider verging mein Urlaub viel zu schnell, sodass ich beim Innenausbau kaum noch Zeit fand zum Mithelfen, außer an den Wochenenden.

Wieder zurück in der Firma, war jeder aufgrund meines durchtrainierten Körpers und der herrlichen Sonnenbräune davon überzeugt, ich hätte meinen Urlaub in einem Wellnessklub im sonnigen Süden verbracht.

Und ich ließ sie in diesem Glauben 😉

Weitere Jugenderinnerungen:
Inhaltsverzeichnis – Lebenserinnerungen – Jugend

2 Antworten zu “Meine Jugend – Sommerurlaub im 3. Lehrjahr

  1. Urlaub auf der Baustelle 🤔 Das habe ich wohl den größten Teil meines Lebens gemacht 😱
    Aber wir waren immer wieder stolz auf das was wir geschafft haben 😎

    Gefällt 1 Person

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