Meine Jugend – Lehrzeit – Einkaufsabteilung – Ablage

Was die Ablage betraf, so wurden bisher alle erledigten Einkäufe in ihren Arbeitsmappen übereinandergestapelt in einem Schrank verstaut.

Nach meiner Meinung nicht das Idealst zum Nachschlagen, wenn dazu bedarf bestand.

Daher wollte ich mir erst einmal ein effizienteres Ordnungssystem überlegen, bevor ich mich an die Arbeit machte.

Ebenso nahm ich neben dem Einarbeiten in die Geschäftsvorfälle, die Gelegenheit wahr, eine Liste der Lieferanten und der letzten Lieferungen anzulegen.

Bisher besaß darüber lediglich der Einkaufsleiter einen groben Überblick, was es ihm erschwerte Teile seiner Arbeit abzugeben.

Im Urlaubs- oder Krankheitsfall ging dadurch oft alles drunter und drüber.

Hier konnte ich dann auch endlich einiges, in der Berufsschule gelernte, praktisch anwenden.

Unter anderem wie eine ordentliche Einkaufs- und Lagerbuchhaltung auszusehen hat.

Später baute ich das Ganze sukzessive zu einer richtigen Kartei aus.

Mit ordentlicher handschriftlicher Buchhaltung und Verzeichnissen der Rohstofflieferanten, nach Namen sowie Artikeln sortiert.

Aber zuvor musste ich mich durch alte Aktenstapel der letzten 5 – 10 Jahren durcharbeiten, denn aus einem Schrank wurden plötzlich 6 Schränke.

Wenn ich aber etwas anfing, dann hatte ich die Angewohnheit mich durchzukämpfen bis zum Ende, sofern ich die Gelegenheit dazu bekam.

Um Platz für die Ordner zu schaffen, holte ich mir große stabile Kartons aus dem Versand.

Darin packte ich alle Geschäftsvorfälle ein, die älter als 5 Jahre waren, für die Altablage im Keller.

Dies nur ganz grob vorsortiert nach Datum und Alphabet, falls man doch noch mal darauf zugreifen müsste.

Danach konnte ich dann mit den laufenden Geschäftsvorfällen des aktuellen Jahres beginnen.

Dabei machte ich in den ersten Tagen einen erstaunlichen Fund.

In einer, der zur Ablage markierten Arbeitsmappen, fand ich einen Scheck über einen mittelgroßen Betrag, der scheinbar nicht eingelöst wurde.

Glücklicherweise war es noch rechtzeitig, um dies nachzuholen.

Nun hatte ich die volle Aufmerksamkeit meines Vorgesetzten, wenn ich irgendwelche Fragen zu den in der Ablage befindlichen Unterlagen hatte.

Natürlich sah ich zu, was nicht so leicht war in einem Großraumbüro, dass niemand anderes von diesem Missgeschick, etwas mitbekam.

Aus einem zu Beginn teilweise belächelten Unterfangen, wurde somit ein wichtiges Projekt.

Wann immer es meine sonstige Arbeit zuließ, verbrachte ich damit meine Zeit, es bis zum Optimalen, nach meiner Auffassung, auszufeilen.

Auch wenn dies mit dem Scheck ein Einzelfall blieb, ermöglichte es mir eine rasche und umfassende Einarbeitung in den Einkauf mit den einzelnen Vertragspartnern.

Außerdem sah man durch meine Listen leichter, wo man eventuell Rabatte aushandeln konnte, je nachdem wieviel schon dort im laufenden Geschäftsjahr bestellt wurde.

Der Personalchef, der mit dem Einkaufsleiter zusammen in der Firma als Lehrling begonnen hatte, zog diesen gerne auf, er müsse aufpassen, nicht bald einen neuen Einkaufschef vor der Nase zu haben.

Er wusste aus eigener Erfahrung, dass ich jede Abteilung in der ich bisher tätig war, bereits nach sehr kurzer Zeit, als meine ansah.

Ich konnte einfach nicht zusehen, wenn eine Arbeit unordentlich oder umständlich gemacht wurde.

Weitere Jugenderinnerungen:
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2 Antworten zu “Meine Jugend – Lehrzeit – Einkaufsabteilung – Ablage

  1. Kaum zu glauben das ein Unternehmen mit einem derart unsortierten Einkauf überleben konnte. 😉
    Gut – es waren andere Zeiten, aber der Leitsatz: „In einem guten Einkauf liegt der halbe Gewinn“ ist nicht neu.

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    • Eben ein mittelständiges Unternehmen der 70er Jahre, mit einer Person im Personalbereich und ebenso im Einkauf, der gleichzeitig noch Materiallager und Materialprüfung unter sich hatte, war das nicht unüblich.
      Allerdings wurde es dann an einen großen Konzern aus der Chemiebranche kurz nach meiner Lehrzeit verkauft.

      Gefällt 1 Person

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