Meine Jugend – Lehrzeit – Einkaufsabteilung

Nun war ich in der letzten Station meiner Ausbildung angekommen und zwar im Einkauf.

Hier wurden nicht nur Roh-/Hilfs- und Betriebsstoffe gekauft, sondern diese ebenfalls, soweit möglich, auf Menge und Qualität geprüft.

Was ich mit Freude vermerkte und genau meinem Geschmack entsprach.

Denn mir war sofort klar, dass eine solche Beschäftigung kaum jemals in stumpfe Routine am Schreibtisch ausarten konnte.

Allerdings setzte es viel Engagement und zusätzliches Wissen voraus.

Welches ich mir zu einem großen Teil, aber mit Begeisterung, außerhalb meiner normalen Arbeitszeit aneignete.

Nachdem der Assistent des Einkaufsleiters kurz zuvor seinen Wehrdienst antreten musste, war einiges an Arbeit liegen geblieben, vor allem was die Ablage betraf.

Ich wollte mir möglichst schnell und umfangreich über die Geschäftsbeziehungen zu den Lieferanten, als auch die Abläufe des Einkaufens, einen Überblick verschaffen.

Daher schlug ich vor, einen Teil meiner Pausenzeit und eine Stunde der regulären Arbeitszeit pro Tag dafür zu verwenden, wenn ich die Gelegenheit bekäme, die einzelnen Vorgänge durchzuarbeiten.

Nur zu gerne war der Abteilungsleiter damit einverstanden, denn er hatte mehr als genug damit zu tun, den laufenden Betrieb in Gang zu halten.

Auch wenn er versuchte, viel Zeit in meine Ausbildung zu investieren, gingen selbstverständlich die täglichen Routinearbeiten und vor allem jene mit Fristeinhaltung vor.

Aber mit meiner großen Wissbegierde und schnellen Auffassungsgabe machte ich uns beiden das Zusammenarbeiten sehr leicht.

Es blieb genug Zeit sehr bald zu lernen, wie ich kleinere Anlieferungen selbstständig erledigen konnte.

Was wiederum eine große Erleichterung für meinen Vorgesetzten bedeutete und für mich, mehr Freiraum bei meiner Arbeitsgestaltung.

Bei der Materialprüfung dauerte es natürlich länger, bis ich alles wusste, worauf ich zu achten hatte.

Leider bekam ich die ersten Monate keine Gelegenheit, selbst an Einkaufsverhandlungen teilzunehmen.

Dennoch kam ich mir vor wie ein kleines Kind, das einen Einkaufsladen geschenkt bekommen hat und mit strahlenden Augen alles in der Auslage beäugte.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich keine Ahnung, was alles in dem Betrieb benötigt wird, um die diversen Waren herzustellen.

Von Holz, über Naturborste, Kunststoffborste, Folien zum maschinellen Verpacken, Etiketten, Draht zum Fixieren der Borsten in den Stielen, Granulate zur Herstellung von thermoplastischen Teilen.

Neben dem reinen Einkaufen auf Anforderung durch die Produktionsleitung gehörte die Lagerverwaltung und Materialprüfung, was in größeren Unternehmen eigene Abteilungen sind, mit zur täglichen Arbeit.

Um dies in einem normalen 8 Stundentag zu erledigen hätte man gut 3 bis 4 Fachkräfte beschäftigen können.

Also war es kein Wunder, dass einiges, was einen ordentlichen kaufmännischen Ablauf, nach meiner Auffassung, voraussetzt, vernachlässigt wurde.

Für mich ein harter Kampf zwischen meinem Perfektionismus und den nötigen Abstrichen daran.

Weitere Jugenderinnerungen:
Inhaltsverzeichnis – Lebenserinnerungen – Jugend
Inhaltsverzeichnis – Lebenserinnerungen – Jugend – Schule/Ausbildung
Inhaltsverzeichnis – Lebenserinnerungen – Berufsleben

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