Meine Jugend – Die Band – Teil 5 (der erste öffentliche Auftritt)

Nun war es also so weit. An einem schönen Sonntagnachmittag sollte unser erster Auftritt sein.

Zwar nur in einem kleinen Ort im Odenwald und die meisten der Gäste Verwandte oder Bekannte der anderen Musiker waren.

Aber immerhin füllte sich der Saal, wie wir hinter dem Vorhang sehen konnten.

Mit jeder Minute, in der sich der Beginn der Veranstaltung näherte, wurden wir zusehends nervöser.

Als uns der Wirt dann kurz vor dem Beginn fragte, mit welchem Namen er unsere Band ankündigen sollte, waren wir reine Nervenbündel.

Denn wir hatten tatsächlich vergessen, einen Namen für uns zu wählen.

Daher wurden wir dann eben als örtliche Band, die durch die mittägliche Tanzveranstaltung führt, angekündigt.

Langsam öffnete sich daraufhin der Vorhang und da standen wir, aufgereiht wie auf einer Wäscheleine, mit hochroten Köpfen und rasendem Pulsschlag.

Da der Auftakt als musikalischer Leiter an mir lag, war ich sehr froh, rasch meine anfängliche Starre, überwunden zu haben.

Das Notenblatt mit dem vorgesehenen Startlied hatten wir alle vor uns liegen, so zählte ich einfach den Takt an und begann auf meinem Saxophon zu spielen.

Als auch die anderen gleich darauf einsetzten, war fürs Erste das Eis gebrochen.

Zu Beginn wurde noch nicht getanzt, sondern alle hörten erst einmal gespannt zu, was wir da spielten.

Doch nach und nach füllte sich die Tanzfläche.

Es schien uns, dass es uns recht gut gelang, das Publikum zufrieden zu stellen.

Als dann nach 30 Minuten der Bandleader das Mikrofon in die Hand nahm, um eine kurze Pause anzukündigen, wurden wir durch den entsprechenden Applaus des Publikums darin bestätigt.

Am Ende der Veranstaltung erhielten wir ebenfalls jede Menge Applaus, was natürlich Balsam war für unser Selbstbewusstsein.

Wobei ich mir aber trotzdem die Frage stellte, ob wir wirklich gut genug waren, um zukünftig ausreichend Gäste anzulocken, die bereitwillig das übliche Eintrittsgeld zu bezahlen.

War es ja dieses Mal eine Ausnahme gewesen, dass der Wirt darauf verzichtete und alles mit den Einnahmen durch den Verzehr finanzierte.

Auch wir bekamen für diesen Nachmittagsauftritt kein Geld, sondern lediglich eine Brotplatte und Getränke.

Ich hatte das Ganze auf meinem Tonband mitgeschnitten, um es später in aller Ruhe alleine und ebenfalls mit meinem Musiklehrer anhören.

Denn seine Meinung war mir äußerst wichtig.

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3 Antworten zu “Meine Jugend – Die Band – Teil 5 (der erste öffentliche Auftritt)

  1. In einem kleinen Ort im Odenwald, da hätte ich dich fast sehen können. Ich habe meine Jugend in dieser Gegend verbracht. Ich freue mich auf die Fortsetzung.

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