Meine Jugend – Winter 1971

Der erste Winter in meiner Lehrzeit, gleichbedeutend, egal wie das Wetter war, spätestens um 6 Uhr aus dem warmen Bett kriechen.

Frühstücken und entweder mit Fahrrad oder zu Fuß pünktlich in der Firma erscheinen.

Bisher hatte dies immer bestens geklappt, aber nach dieser unruhigen Nacht fiel es mir sehr schwer, dies einzuhalten.

Irgendwann während ich versuchte zu schlafen, muss es zu allem Überfluss noch begonnen haben zu schneien.

Wobei Schneefall, zu dieser Jahreszeit, in meiner Region, damals noch mindestens 5 bis 10 cm durchgehende Schneedecke bedeutete.

Das war wahrscheinlich der Zeitpunkt, als ich aufschreckte, weil ein kalter Luftzug durch mein Zimmer fuhr.

Ich genoss es normalerweise, bei weit offenem Fenster, die Luft des aufkommenden Tages in mich aufzunehmen.

Eine dicke Daunendecke, bis zum Kinn gezogen, half gegen jede Kälte.

Aber nicht dieses Mal, denn es war mir unmöglich meinen ganzen Körper unter das wohlige Wärme ausstrahlende Bettzeug zu manövrieren.

Gleichgültig wie ich es drehte oder meine Gliedmaßen zusammenfaltete, irgendetwas von mir hing immer in der kalten Luft.

Das Licht anzuschalten zum Nachschauen, was da genau vor sich ging, war ich jedoch zu Müde und faul.

Überraschte musste ich am Morgen feststellen, das meine Decke vorm Bett lag und ich versucht hatte, mich mit dem Kopfkissen zuzudecken.

Ein unmögliches unterfangen, knappe 1,80 Meter unter ein 120 cm breites Kopfkissen zu stecken.

Wie gerädert, mit halboffenen verschlafenen Augen erledigte ich meine Morgentoilette und schaffte es, dass von meiner Mutter bereitgestellte Frühstück zu verdrücken.

Zumindest half mir das aufgestaute Adrenalin, über meine eigene Dummheit, den Fußweg zur Arbeit in kürzester Zeit hinter mich zu bringen.

Ohne Wintermantel und langen Unterhosen, was nach meiner Meinung nur etwas für alte Männer war, kam ich gut durch gefroren in meiner Firma an.

Weitere Jugenderinnerungen:

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