Meine Jugend – Lehrzeit – Stadtfahrten

Ein weiteres Highlight meiner Ausbildung war die Woche der sogenannten Stadtfahrten, die jeder Lehrling alle 4 bis 6 Wochen im Turnus zu erledigen hatte.

Eine gelegentliche Abwechslung, die ich gerne zur Erweiterung meiner beruflichen Erfahrungen wahrnahm.

Es erforderte selbstständiges Arbeiten, genaue Terminierung und vor allem, zumindest für mich, den Anreiz, alles in einer sehr knapp bemessenen Zeit zu erledigen.

Auf keinen Fall war ich bereit Dinge unerledigt zurückzubringen, so wie es öfters bei den anderen vorkam.

Als erstes am Morgen musste die Post aus dem Schließfach der Hauptpost geholt und zur Durchsicht nach Schecks ins Sekretariat gebracht werden.

Die anschließend zur Überprüfung in die Buchhaltung kamen, wo diese zur Bankeinreichung fertiggemacht wurden.

Während dessen sollte in allen Abteilungen nachgefragt werden, was für sie in der Stadt zu erledigen wäre.

Unter anderem Neuausstellung/Verlängerung von Arbeitsgenehmigungen bei der Ausländerbehörde, Einreichungen von Zollpapieren beim Hauptzollamt, Abgabe von Unterlagen bei diversen Krankenkassen (AOK, DAK, Barmer Ersatzkasse) etc.

Wenn die Schecks fertig waren, mussten sie bis spätestens 10 Uhr bei der Bank sein, um noch für den gleichen Tag gutgeschrieben werden zu können.

Erst danach konnte ich mir einen Plan machen, in welcher Reihenfolge sich die anderen Aufgaben am effizientesten erledigen ließen.

Die meisten Lehrlinge gingen gleich nach der Bank erst einmal ins Café, bei einem Kaffee sich mit anderen Stadtfahrern anderer Firmen zu treffen.

Dazu war mir jedoch meine Zeit zu schade.

Viel mehr interessierten mich alle Unterlagen, die ich in Händen hielt und die ich immer genauestens studieren wollte, bevor ich sie irgendwo abgab.

Zu Hause saß ich dann regelmäßig über meinen Lexika und suchte nach den mir unbekannten Begriffen, die ich, während der Stadtfahrten, notiert hatte.

Natürlich waren da auch noch weit weniger interessante Tätigkeiten, wie z.B. die Papierablage in den einzelnen Abteilungen zum Schreddern einzusammeln.

Oder die manchmal anfallenden Matrizen abziehen, mit einer alten Umdruckmaschine, da es zu dieser Zeit noch keine Fotokopierer gab.

Die aber von manchen so völlig verdreckt zurückgelassen wurde, dass ich gleich eine weitere Herausforderung für mich fand.

Zusammen mit einem Lehrling aus dem Maschinenbereich, diese alte Maschine zu pflegen und am Laufen zu halten.

Ein paar Jahre später fiel dies alles weg, als aus den Lehrlingen Auszubildende wurden.

Dafür wurde eine Halbtagskraft, ein Rentner, der sich etwas dazuverdienen wollte, eingestellt.

Weitere Jugenderinnerungen:
Inhaltsverzeichnis – Lebenserinnerungen – Jugend
Inhaltsverzeichnis – Lebenserinnerungen – Jugend – Schule/Ausbildung
Inhaltsverzeichnis – Lebenserinnerungen – Berufsleben

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