Meine Jugend – der erste Tag als Lehrling

Nun war es also so weit, der erste Arbeitstag.

Ich machte mich, so rechtzeitig, dass ich mindestens 15 Minuten früher ankommen würde, in Anzug und Krawatte mit leicht flauem Gefühl im Magen, auf den Weg.

Das Bürogebäude lag noch im Dunkeln, als ich dort ankam.

Nur in den Werkshallen war bereits reger Betrieb, da dort im Schichtbetrieb gearbeitet wurde.

Also drehte ich eine langsame Runde, bis ich etwa 10 Minuten vor Arbeitsbeginn in den Vorraum trat und wie besprochen nach dem Personalchef fragte.

Nachdem dieser jedoch noch nicht da war, musste ich mich im Wartebereich in Geduld fassen, wobei ich die ankommenden Angestellten in aller Ruhe beobachte.

Die einen gemütlich alleine, oder mit Kollegen schwatzend und dann wiederum, die abgehetzt hereinstürmten, ohne nach rechts und links zu schauen.

Als endlich der Personalchef kam, wurde ich von ihm freundlich begrüßt und gleich im Schlepptau mit zu meiner ersten Lehrabteilung, der Buchhaltung, genommen.

Dort stellte er mich zuerst dem Abteilungsleiter und anschließend einer Sachbearbeiterin vor, die er als meine Ansprechpartnerin auswies.

Da die Buchhaltung lediglich aus 6 Personen bestand, gab es keinen eigenen Schreibtisch für mich.

Daher musste ich mich mit einem Beistelltisch begnügen, der bis dahin als Ablage für alles Mögliche diente.

Dies sollte ich die ersten Tage noch regelmäßig merken, bis endlich jeder verstanden hatte, dass es nun einzig und alleine mein Arbeitsplatz war.

Denn höflich aber bestimmt hatte ich jedem, auch dem Prokuristen, der gleichzeitig Abteilungsleiter der Buchhaltung war, deutlich gemacht, dass alles, was jetzt dort zu liegen kommt, zu meinen Aufgaben gehört, die von mir bearbeitet werden.

Und war mein Tisch einmal leer, dann saß ich nicht, wie die meisten Lehrlinge, nur herum, sondern fragte sofort nach neuen Arbeiten, die ich übernehmen könnte.

Da fast der gesamte Bürobereich ein einziges Großraumbüro war, fiel dies natürlich ebenfalls dem Personalchef auf, der dies bloß mit einem breiten Grinsen verfolgte.

Denn wie ich später erfuhr, entsprach mein Verhalten genau dem Bild, das er sich schon beim ersten Gespräch mit mir, gemacht hatte.

Weitere Jugenderinnerungen:
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Inhaltsverzeichnis – Lebenserinnerungen – Jugend – Schule/Ausbildung
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2 Antworten zu “Meine Jugend – der erste Tag als Lehrling

  1. Amüsant und sehr gut nachvollziehbar!

    Gefällt 1 Person

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