Meine Jugend – Vorbereitungen auf meine Lehrzeit

Nachdem nun alles mit meiner Lehrstelle und dem Lehrberuf geklärt war, wollte ich, wie bei allen neuen Herausforderungen, bestmöglichst darauf vorbereitet sein.

Daher führte mich mein erster Weg in die örtliche Buchhandlung, wo ich mir ein Lexikon für den Industriekaufmann und eines für den Gesamtbereich Betriebswirtschaft kaufte.

Zum Glück hatte unserer Lehrer mit uns gesprochen, wie man am besten ein passendes Lehrbuch bzw. Lexikon auswählt.

Und auch, dass man dies nicht ungesehen kaufen muss, sondern sich unterschiedliche Exemplare zur Ansicht bestellen kann.

So hat man die Möglichkeit in aller Ruhe im Geschäft, dann die Auszuwählen, welche einem am besten Zusagten.

Ohne dieses Wissen hätte ich mich auf die Empfehlung der Verkäuferin verlassen müssen und nicht unbedingt mein optimales gefunden.

Außerdem arbeitete ich die Schulbücher meiner Schwester, über die erste Abteilung meiner Ausbildung, die mir ja bekannt war, gründlich durch.

Den Weg zur Firma kannte ich bereits aus Kleinkindheitstagen vom Zeitungsaustragen mit meiner Mutter und den vielen Ausflügen mit Freddy in den dortigen Park.

Doch dieses mal ging es darum heraus zu finden, wie ich ihn mit Jackett und Krawatte möglichst rasch zurück legen konnte, ohne total durchgeschwitzt anzukommen.

Deswegen probierte ich alle möglichen Streckenkombinationen und stoppte die einzelnen Zeiten.

Zur Sicherheit lernte ich ebenfalls noch den Busfahrplan mit Alternativrouten auswendig, um in allen Richtungen vor einem Zuspätkommen abgesichert zu sein.

Abschließend ging es dann noch darum zu lernen, meine Mahlzeiten einzunehmen, ohne meine Krawatte im Kaffee oder in der Suppe zu baden.

Also saß ich abends dann in voller Montur beim Abendessen und ertrug das dämliche Gegrinse meiner Schwester, bis ich mit der ungewohnten Bekleidung zurecht kam.

Eine weitere Herausforderung war, die Krawatte selbst zu binden.

Denn eine zum Einklippen oder von meiner Mutter vor gebundene wollte ich auf keinen Fall.

Was würde ich machen, wenn ich über den Arbeitstag diese neu binden müsste?

Mein Vater hatte in den 50er Jahren, für einen Herrenschneider, eine Werbebroschüre, mit den gängigsten Krawattenknoten gestaltet.

Somit hatte ich eine entsprechende Anleitung, leicht verständlich, mit Bildern der einzelnen Schritte.

Es war ein DIN A5 Faltblatt, welches sich leicht in der Jackeninnentasche verstauen ließ.

Dies sollte mir die nächsten Jahrzehnte noch manch gute Hilfe sein und einen Stammplatz in meinem Aktenkoffer haben.

Entsprechend schnell verging die Zeit und ich war froh gleich 14 Tage nach Ende der Schule mit meiner Lehre anfangen zu können.

Wobei ein kleiner Wermutstropfen dabei war, anders als ich hoffte, sollte mich die Schule als Berufsschule die nächsten drei Jahre mindestens 1 Mal in der Woche begleiten.

Weitere Jugenderinnerungen:
Inhaltsverzeichnis – Lebenserinnerungen – Jugend
Inhaltsverzeichnis – Lebenserinnerungen – Jugend – Schule

 

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