Meine Jugend – die erste Bewerbung

Da ich weniger Glück mit meinem Praktikum hatte, musste ich nun zusehen einen Beruf zu finden, der mir bestmöglich in meinem weiteren, bisher nicht vorhandenen Lebensplan passte.

Meine Eltern machten mir jedoch klar, sobald ich die Schule beende, mit keiner finanziellen Unterstützung rechnen zu können.

Was mir auch nie in den Sinn gekommen wäre, denn viel zu begeistert war ich von der Vorstellung, mein eigenes Geld verdienen zu dürfen.

Trotz eines gewissen handwerklichen Geschicks sah ich meine Zukunft aber weder im Blaumann als Geselle in einem 3-Mann-Betrieb, noch als einer unter vielen im Büro in einem Großkonzern.

Sondern ich stellte mir eine Lehrstelle vor, im Büro eines mittelgroßen Unternehmens, das möglichst zu Fuß in maximal 30 Minuten zu erreichen wäre.

Hier fanden sich zwei Firmen, über die ich mich bei der Industrie- und Handelskammer ausführlichst erkundigte, bevor ich meine Bewerbungsunterlagen persönlich dort vorbei brachte.

Bei beiden wurde ich zu einem Eignungstest eingeladen.

Die erste befand sich etwa 3 km von meiner elterlichen Wohnung entfernt.

Als ich zum genannten Termin dort ankam, warteten bereits einige Mitbewerber.

Diese zum Teil wesentlich Älteren, ließen mich vermuten, dass es entweder Realschüler oder sogar Abiturienten waren.

Nach einem schriftlichen Test und einer kurzen Wartezeit, wurden außer mir und drei der Älteren, alle anderen nach Hause geschickt.

Beim anschließenden Einzelgespräch erfuhr ich, dass es ihnen darum ging, einen Lehrling fürs aktuelle Lehrjahr zu finden, das im August beginnen sollte.

Und dass ich, vor den übrig gebliebenen drei Bewerbern, den Vorzug hätte.

Da ich aber noch einen weiteren Termin für einen Einstellungstest hatte, vereinbarten wir, dass ich direkt danach Bescheid geben würde, ob ich die Lehrstelle annehme, weil diese ansonsten an den Nächsten vergeben werde.

Ich bekam einen Ausbildungsvertrag mit, den meine Eltern unterschrieben zurücksenden sollten, wenn ich mich für ihre Firma entschiede.

Bei dem Weg Nachhause fielen mir einige Dinge auf, die ich vorher in der ganzen Aufregung nicht beachtete, die mir nicht so ganz gefielen.

Unter anderem meinte der Personalchef, ich könnte, da es auf meinem Weg zur Firma läge, gleich am Morgen, die Post beim Hauptpostamt mitnehmen.

Außerdem sah ich nichts vom Betrieb, weder die anderen Büroräume noch die Produktion.

Das waren alles Sachen, die ich beim nächsten Termin, in der zweiten Firma, beachten wollte.

Den restlichen Tag studierte ich genaustens den Vertrag und machte mir Notizen, was mir erklärungsbedürftig erschien.

Je nachdem, wie das nächste Gespräch ausfiel, würde ich einiges, vor Unterschrift des vorliegenden Vertrages, abklären wollen.

Immerhin sollte es in den nächsten drei Jahren zu beiderlei Zufriedenheit verlaufen.

Obwohl ich erst 14 Jahre alt war, wusste ich genau, was ich wollte und was nicht.

Weitere Jugenderinnerungen:
Inhaltsverzeichnis – Lebenserinnerungen – Jugend
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