24.01.2020 – Freitag – Tagebuch Teil 3 (Gedankensplitter)

Nachdem für mich bereits früh klar wurde, dass ich nicht der Körper bin, habe ich mir Gedanken gemacht, wo denn unsere Erinnerungen gespeichert werden.

Diese bestehen ja nicht nur aus Gedanken bzw. Daten, sondern ebenso kann man Bilder, Gerüche, Temperatur, Empfindungen, Emotionen und sonstigen Sinneseindrücken.

Mit etwas Übung ist jeder in der Lage mehr oder weniger davon abzurufen.

Das Gehirn erschien mir dafür viel zu klein und hat nach meinem Dafürhalten eher so eine Funktion wie die CPU eines Computers.

Würde es in den Körperzellen abgelegt, wie einige Wissenschaftler der Meinung sind, müssten Teile verloren gehen, wenn diese Zellen, aus welchem Grund auch immer, absterben.

Soweit ich mich erinnere, regenerieren sich alle Bausteine des Körpers in regelmäßigen abständen.

Und da eigentlich alles, was bisher erfunden wurde, lediglich der Natur abgeschaut ist, könnte ich mir vorstellen, dass diese Speicherung ähnlich einer Cloud erfolgt.

Dies könnte dann allerdings bedeuten, man müsste in der Lage sein, dieses Wissen mit anderen, die darauf Zugriff haben, zu teilen.

Zumindest würde mir dies erklären, warum ich einige Erkenntnisse habe, ohne zu wissen woher oder eben das bekannte Déjà-vu Gefühl, was bestimmt schon jeder mal erfuhr.

Früher funktionierte diese Informationsgewinnung und Verarbeitung bei mir nahezu perfekt.

Aber leider, seit meinem letzten Burnout, treten regelmäßig Aussetzer auf.

Ähnlich Speicherfehler bei Computern, die eine defekte Festplatte oder ALU (Arithmetisch-logische Einheit) haben.

So wie es dort oftmals nur schwer zu lokalisieren ist, wenn es nicht permanent passiert, ist es leider ebenfalls bei mir.

Um so überwältigender ist es jedoch, wenn das Ganze mal wieder scheinbar wie früher funktioniert.

Für mich stellt sich nun die Frage, ist das Wissen darum, wie es sein könnte, ein Segen oder doch eher ein Fluch.

6 Antworten zu “24.01.2020 – Freitag – Tagebuch Teil 3 (Gedankensplitter)

  1. Lieber Dieter ,sehr gut geschrieben.
    aus Erfahrung weiß ich es kann beides sein……….
    wünsche dir ein schönes Wochenende mit viel Sonne
    herzliche Grüsse
    Sarah
    l

    Gefällt 1 Person

  2. Das ist m. E. der typische Moment der
    EINZELFALLENTSCHEIDUNG !

    Gefällt 1 Person

  3. Ich meine, dass es weder das eine noch das andere ist, sondern eine Tatsache, mit der man lernen kann umzugehen.
    Gibt es ja in jedem Leben Arbeiten die grosse Konzentration erfordern, und die erledigt man dann, wenn wieder mal alles bestens funktioniert, bzw. wartet man damit eben.
    Und arbeitet das Gehirn am Tiefstpunkt, dann werden manuelle Tätigkeiten erledigt.
    Dein Problem ist alleine die Tatsache, dass Du vom Schicksal verwöhnt wurdest, indem Du niemals Absacker gehabt hast.
    Und Dich deshalb nur schwer damit abfindest, dass Du jetzt eben „nur noch“ ein normal Sterblicher bist, und kein Über-Drüber-Typ mehr. ❤

    Gefällt 1 Person

  4. Ich, das Lebewesen „Mensch“ bin nie perfekt gewesen. Ich habe das nur nicht gewusst. Heutzutage, im Alter werden die Mängel schlimmer und darum auch bewusst registriert.

    Was uns Schwierigkeiten macht, sind physische und psychische Einflüsse.
    Psychosomatik: Kranke Seele macht kranken Körper – fast ein Super-GAU.

    Aber – so sagt man – ich habe doch ein gutes Leben! Wieso sollte das etwas in mir kaputt machen? Vorsicht! Da gibt es das Bewusstsein. Es ist genauso gross, wie wir es zur Bewältigung unseres Lebens brauchen. Ein Fliegendreck an der Wand. Und da ist das Unterbewusstsein, der Riesenspeicher, der sich gewollt wie auch unbemerkt mit Infos füllt. Dort finden sich auch die Schattenseiten unseres Lebens, ungeschönt und komplett. Schön, wenn sie nicht ins Bewusstsein einbrechen, nicht wahr?
    Gelegentlich kann man sie spüren. Es sind nur Momente, aber manchmal reagiert man darauf, und die Umwelt glaubt dann, man hätte einen Schatten, weil es nich in die aktuelle Situation passt.

    Beide Speicher interagieren. Schon immer mit Störungen. Auch Kinder vergessen. Und wie ich aus erster Hand weiss: Viel!

    Oh ja, da gibt es noch ein drittes Gedächtnis. Das Gekröse im Bauch managt den Stoffwechsel selbständig, interagiert aber mit dem Hirn, wegen der Hormonversorgung und weiss der Kuckuck was sonst noch.

    Noch was: Interaktion mit anderen Menschen findet nur durch Senden und Empfangen von Signalen statt. Auch dieses Thema ist ziemlich figeliensch.
    Sprache = Signal – kapiert jeder. Aber wir schicken ständig Signale an die Umwelt, und sie sind von vielfältiger Art. Beispiel: Es sitzen zwei in der U-Bahn, beide schweigen und haben die Augen geschlossen. Aber Nummer 2 hat Schweissfüsse und mieft vor sich hin. Nummer 1 …..
    Ein deftiges Beispiel. Die Wirklichkeit kann aber sehr viel subtiler sein.
    Die blosse Existenz ist ein Signal – siehe Rassismus.

    Gefällt 1 Person

Über einen Kommentar freue ich mich (ACHTUNG: Wenn Ihr hier kommentiert, speichert WordPress Eure IP-Adresse und bei Angabe auch Eure E-Mail. Der Antispamdienst Akismet und Gravatar nutzt diese Daten zur Prüfung. )

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.