Meine Jugend – unruhige Zeiten – Geldspielautomat – Teil 3

Eine Zeitlang lief scheinbar alles perfekt.

Jeder von uns hatte seine Aufbesserung des Taschengeldes und war, so dachte ich wenigstens, glücklich und zufrieden.

Doch das traf ganz offensichtlich lediglich auf Peter und mich zu.

Denn ich bekam gerade mal 5 DM im Monat, was genug war, um sogar ein bisschen auf die Seite legen zu können.

Peter, der bei seiner Großmutter aufwuchs, war immer auf der Suche nach kleinen Jobs, um sich sein geringes Taschengeld selbst zu verdienen.

Nicht so aber Joachim, der aus einem wohlhabenden Haus kam und sich uns einfach aus reiner Langeweile angeschlossen hatte.

Denn Taschengeld hatte er mehr als genug.

Und auch nicht Jan, der kurz vorher aus dem Gymnasium in unsere Schule wechselte.

Auch er war aus einem sogenannten guten Haus mit reichlich Taschengeld.

Diesen beiden war es scheinbar nicht genug gewesen, denn sie trafen sich, entgegen unserer Vereinbarung, um zu zweit noch höhere Gewinne erzielen zu können.

Tatsächlich verloren sie jedoch meistens alles Geld, das ihnen zur Verfügung stand.

Eines Tages holte Jan dann einen größeren Schein aus dem Schreibtisch seines Vaters und gab diesen, Joachim zur Aufbewahrung, für das geplante gemeinsame Spielen am nächsten Tag.

Leider fand ihn die Haushälterin, die seine Sachen waschen wollte, in der Hosentasche und informierte seinen Vater davon.

Um Jan nicht verraten zu müssen, blieb Joachim nichts anderes übrig, als von unseren Gewinnen in den Spielsalons zu berichten.

Nachdem er und auch Jan in den Augen seines Vaters unschuldige Mitläufer waren, konnten die wirklich Schuldigen nur Peter und ich sein.

Und so stand er noch am selben Abend vor unseren Türen.

Doch leider nicht bloß um wüste Beschimpfungen zuerst bei Peters Großmutter und anschließend bei meinem Vater loszuwerden, sondern mit der Ankündigung einer polizeilichen Anzeige.

Denn als Beamter konnte er keinesfalls riskieren, den guten Ruf seiner Familie zu gefährden.

Wogegen oder gegen wen er bei der Polizei Anzeige erstatten wollte, war weder mir noch meinem Vater klar.

Denn wenn jemand gegen ein Gesetz verstoßen hatte, dann die Betreiber der Spielsalons bzw. Kneipen, die uns das Benutzen der Automaten erlaubten.

Also war das Ganze nach einer kurzen Standpauke meines Vaters für mich erledigt.

Weitere Jugenderinnerungen:

Inhaltsverzeichnis – Lebenserinnerungen – Jugend

Über einen Kommentar freue ich mich (ACHTUNG: Wenn Ihr hier kommentiert, speichert WordPress Eure IP-Adresse und bei Angabe auch Eure E-Mail. Der Antispamdienst Akismet und Gravatar nutzt diese Daten zur Prüfung. )

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.