Meine Jugend – unruhige Zeiten – Pokern – Teil 2

Zu meinem Glück brachte mir das meiste, was ich brauchte, um ein guter Pokerspieler zu werden, Peter, ein Klassenkamerad, bei.

Irgendwie verstanden wir uns ohne viele Worte, was daran gelegen haben könnte, dass wir uns von der Wesensart stark ähnelten.

Die meisten gingen ihm aus dem Weg und wenn ich mich richtig erinnere, habe ich ihn nie Lachen oder lächeln sehen.

Dafür hatte er einen stechenden durchdringenden Blick, den kaum jemand längere Zeit aushielt.

Nichts konnte ihn scheinbar aus seiner Ruhe bringen oder er ließ es sich nicht anmerken.

Als erstes ging es überwiegend um die Fingerfertigkeit beim Mischen, Karten aufnehmen und auswählen, auf welches Blatt man spielen sollte, um zu gewinnen.

Flinke Finger hatte ich durch mein Saxophonspielen.

Viel schwerer war es, die möglichen Variationen, der gegnerischen Hände auszurechnen.

Um dies zu können, war es nötig, sich alle Karten einzuprägen, die im Spiel waren, wieviel wer gegen neue getauscht und wer viel geboten hatte.

Besonders liebte ich das Spielen der Mitspieler, was soviel bedeutet, die anderen gut Lesen und dann entsprechend die Einsätze machen.

Wichtig bei allem jedoch war, seine eigenen Karten nicht zu überreizen und rechtzeitig aussteigen, um die möglichen Verluste zu minimieren.

Soviel ich auch lernte, konnte ich Peter nie wirklich, außer mit viel Glück, schlagen.

Er erkannte fast jedes Mal, ob ich eine gute Karte auf der Hand hatte oder einen Bluff.

Ich hätte eher aus einer Raufasertapete etwas lesen können, als eine Regung in seinem Gesicht oder am Körper wahrzunehmen.

Es bedurfte einige Zeit und zu Beginn nach verlustreiche Lektion, gerade wenn man auf erfahrene Spieler oder welche die gemeinsam spielten, traf, all dies gelernte umzusetzen.

Und so blieb es nicht aus, dass ich, wenn ich nicht mein eigenes Taschengeld oder Ersparte benutzen wollte, mich nach anderen Möglichkeiten umsehen musste, für das nötige Spielgeld.

Dazu an anderer Stelle mehr.

Wie bei allem, was mit Finanzen zu tun hatte, führte ich genau Buch, über Gewinn und Verlust, sodass ich immer einen exakten Überblick behielt.

Ein großer Unterschied zwischen einem spielsüchtigen, der Haus und Hof verspielen bzw. sein Taschengeld/Lohn des ganzen Monats verspielte und einem spielbegeisterten der seine Limits genau beachtete.

Über die so unterschiedlichen Aspekte des Pokerns könnte ich bestimmt ein Buch schreiben, würde jedoch hier den Rahmen sprengen.

Für mich hat dieses Kartenspiel sehr viel mit Mathematik zu tun.

Noch heute pokere ich gerne, am liebsten Texas Holdem oder Omaha, denn beide Varianten lassen sich noch besser berechnen.

Aber schon sehr lange nicht mehr um reales Geld, sondern lediglich um virtuelle Chips und auch da nur mit den kostenlosen, von den Betreibern bereitgestellten.

Weitere Jugenderinnerungen:

Inhaltsverzeichnis – Lebenserinnerungen – Jugend

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