Meine Jugend – unruhige Zeiten – Billard

Zuerst spielte ich lediglich an den für mein Alter erlaubten Geräten, wobei mich weder Tischfußball noch Flippern richtig begeistern konnte.

Nicht nur, dass zu wenig Geräte da waren und diese permanent belagert wurden, empfand ich keine wirkliche Herausforderung dabei.

Und so schaute ich dann lieber dem Techniker zu, wenn er die Geräte wartete bzw. reparierte.

Auch wenn sie für mich Tabu waren, lernte ich die, damals noch weitgehendst auf mechanischer Basis beruhende, Funktionsweise der Geldspielautomaten kennen.

Diese Erkenntnisse sollten mir später noch hilfreiche Dienste leisten.

Bereits beim ersten Betreten der Spielhalle fiel mir ein schwerer grüner Vorhand auf, der einen weiteren Raum abgrenzte.

Meine allgemeine Neugierde und das Schild darüber „Billard“, worunter ich mir nichts vorstellen konnte, ließen mich nicht locker.

Nachdem ich regelmäßig dort etliche Stunden zubrachte, getraute ich mich eines Nachmittags einfach mal einen Blick dahinter zu werfen.

Auf den ersten Blick sah ich bloß drei, mit grünem Tuch bespannte Tische, auf denen Kugeln lagen, um die eine Handvoll ältere Jugendliche standen.

Einige hielten Stöcke in den Händen, während sich einer über den Tisch beugte, um mit seinem Stock eine Kugel zu treffen.

Für mich eine sonderbare Situation, da ich keine Ahnung hatte, um was es dabei ging.

Ich hatte den Eindruck, dass keiner unbedingt begeistert wäre, würde ich stören, daher schaute ich mich unauffällig weiter in diesem Raum um.

Dabei entdeckte ich direkt neben dem Eingang mehrere Tafeln, auf dehnen die Spielregeln standen.

Somit hatte ich zumindest für die nächste Stunde zu tun mir diese durchzulesen und versuchen zu verstehen.

Nun war es an der Zeit die praktische Umsetzung an den Tischen näher ins Auge zu fassen.

Das Billardspielen lernte ich überwiegend durch Stundenlanges zuschauen und zuhören, wenn sich die Spieler über Stoßmöglichkeiten unterhielten.

Wenn mal ein Tisch frei war, auch von einigen Spielern, denen ich während der Spiele den einen oder anderen Hilfsdienst leistete.

Zum Beispiel Getränke und Zigaretten besorgen, Hilfsqueues holen, Pizza in der um die Ecke neu eröffnete Pizzeria kaufen, die restlichen Kugeln abräumen, nach einem Spiel.

Worum immer ich gebeten wurde, ich tat es.

Denn es ging mir ausschließlich darum, möglichst rasch und gut dieses Spiel zu erlernen.

Da aber die vorhandenen Tische meistens belegt waren, hatte ich oft nur eine Chance, wenn ich bereit war, mit den älteren um Geld zu spielten.

Dadurch schlitterte ich langsam und fast unbemerkt in Kreise von Jugendlichen, die überwiegend älter waren als ich und es mit der Legalität keinesfalls zu genau nahmen.

Je besser ich im Billardspiel wurde, um so öfter war ich als Partner bei einem Doppel gerne gesehen, ohne dass ich mich am Einsatz beteiligen musste.

Allerdings dann ebenfalls keinen Anteil am Gewinn hatte.

Also musste ich mir etwas einfallen lassen, für ein bisschen Spielgeld, denn wie schon früh gelernt, kam es nicht in Frage vom Taschengeld oder Ersparten dafür etwas auszugeben.

Weitere Jugenderinnerungen:

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