Meine Jugend – unruhige Zeiten – Spielhalle

Es muss gegen Ende der 60er Jahre gewesen sein und ich zwischen 11 und 13 Jahre alt, als eine Zeit begann, die mit zu meiner Persönlichkeitsentwicklung beitrug, aber zum Teil wenig rühmlich war.

Ich hatte damals innerhalb kurzer Zeit ein paar schwere Dinge zu verkraften.

Wie zum Beispiel der plötzliche Tod meines Hundes Freddy, einen Schulwechsel und Umzug in eine neue Wohngegend.

Damit verbunden der Verlust der meisten meiner gewohnten Mitschüler und vor allem meines sozialen Umfeldes.

Die einzige Konstante in meinem Leben war meine Musik.

Die mich jedoch nicht dermaßen auslastete, dass ich nicht auf dumme Gedanken kam.

Da ich mit dieser freien Zeit am Nachmittag, nichts Rechtes anzufangen wusste, schaute ich, was denn die anderen aus meiner Klasse, nach dem Unterricht und am Wochenende, machten.

Denn leider gab es in der neuen Wohngegend kaum Kinder in meinem Alter und zu den alten Freunden verlor ich sehr schnell den Kontakt.

Mit den braven Schülern aus gutem Hause, an der neuen Schule, konnte ich wenig anfangen.

Denn diese hatten großteils ganze andere Interessen, die ich mir finanzielle nicht leisten konnte oder wollte.

Zu dieser Zeit konnte schon einige Straßen weiter, eine ganz andere Welt beginnen, so eng abgegrenzt waren die Kontakte der Jugendlichen unter sich.

Da ich mich nie einer bestimmten Clique zugehörig fühlte und mich außerdem im Normalfall, mit den meisten gut verstand, gab es keine Probleme, die neuen Umgebung zu erkunden.

Dabei entdeckte ich einen Spielsalon, der sich in einer früheren Pizzeria etabliert hatte.

Es fanden sich da die mir bekannten Tischfußball und Flipperspiele.

Aber ebenfalls Billardtische und Geldspielautomaten.

Tischfußball und Flipper waren für jugendlich unter 16 Jahren erlaubt.

Für alle anderen Spiele war ein Mindestalter von 18 vorgeschrieben.

Der Betreiber kümmerte sich da nicht besonders darum, außer dass er ein entsprechendes Schild ausgehängt hatte.

Weniger aus eigenem Interesse, sondern eher, da es vom Ordnungsamt vorgeschrieben und kontrolliert wurde.

Bis zu diesem Zeitpunkt waren Spiele für mich nur zum Spaß und zur Unterhaltung da gewesen.

Nun sollte ich die andere Seite kennenlernen, wo es um Geld, Ansehen, Kontrolle und Macht ging.

Eine interessante Erfahrung darüber, wer oder was obsiegt, das physische oder das psychisch.

Weitere Jugenderinnerungen:

Inhaltsverzeichnis – Lebenserinnerungen – Jugend

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