Meine Jugend – Schulzeit – neuer Lehrer

Der letzte Lehrer hatte aus unserem verwilderten Haufen, eine vernünftige Schulklasse gemacht.

Im folgenden Schuljahr bekamen wir die Chance zu zeigen, dass sogar wir noch Interesse und Freude am Lernen entwickeln können.

Denn unser neuer „junger” Klassenlehrer stand kurz vor seiner zweiten Staatsprüfung, was für uns ein sehr großer Vorteil war.

Er brachte die neusten Lehr- und Ausbildungsideen der späten 60er Jahre mit, geprägt von den Studentenunruhen, mit dem Ziel den Schülern den Schulstoff interessant zu vermitteln.

Für mich traf dies bei Mathematik ganz besonders zu.

Meine Freude war groß, dass ich die Möglichkeit bekam, an einer von ihm eingerichteten Förderstufe, mit Schülern aus den höheren Gymnasialstufen, teilhaben zu können.

Genauso gut verstand er es, der Klasse, die Bereiche Deutsch und Musik schmackhaft zu machen.

Zum Beispiel brachte er seinen Plattenspieler mit in den Musikunterricht, um mit uns ein Kammermusikstück in seine Einzelteile zu zerlegen.

Damit konnte er den meisten anderen verständlich machen, was für eine Arbeit die Musiker da leisten.

Mir war dies, durch meine drei sehr unterschiedlichen Musiklehrer, die mir versuchten Saxophonspielen beizubringen, bereits bewusst gewesen.

Dennoch empfand ich es nicht als langweilig, wie er dies, als Nichtmusiker, rein vom Verständnis vermittelte.

Außerdem ließ er uns mittels Tonbandaufnahmen den Unterschied hören, zwischen einer von uns vorgetragenen Ballade und der eines professionellen Vorlesers.

Eines Tages dann ging es zu seiner praktischen Abschlussprüfung, wo die Herren vom Kultusministerium in unserer Klasse Platz nahmen, um dem Unterricht zu folgen.

Da wir aber darüber informiert waren, war uns nichts wichtiger, als dass „unser“ Lehrer seine Prüfung bestand.

Dafür hatten wir alles bis ins kleinste Detail gelernt und den Ablauf mehrmals eingeübt.

Natürlich bestanden „wir” seine Prüfung mit Bravour und nicht nur die.

Der größte Teil der Schüler schloss dieses Schuljahr mit so guten Noten ab, wie es sich kaum einer von uns hätte träumen lassen.

Für uns eine völlig neue Erfahrung war, dass er die Noten einige Wochen vorher mit uns besprach.

Durch zusätzliche Prüfungstests bekamen wir die Möglichkeit, diese zu verbessern.

Dem Direktor erklärte er es als zusammenfassender Unterricht des Schulhalbjahres mit Abschlussprüfung.

Weitere Jugenderinnerungen:

Inhaltsverzeichnis – Lebenserinnerungen – Jugend

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