Meine Kindheit – im Schwimmverein oder wie ich meiner Mutter die Angst vorm Wasser nahm

Ich muss so um die 10 – 11 Jahre alt gewesen sein, als ich meine Mutter, im Sommer dazu überredete, mit mir einen gemütlichen Tag im Schwimmbad zu verbringen.

Bisher war sie immer viel beschäftigt, an diesem Tag hatten wir beide Ferien bzw. sie Urlaub.

Bei der Hausarbeit half ich ihr, damit sie rascher fertig wurde.

Wir machten uns auf der abseits gelegenen Liegewiese in der Nähe der Bäume gemütlich.

Leider wollte sie nicht mit ins Schwimmbecken oder bloß in die Nähe davon gehen.

Beim Mittagspicknick, sie hatte extra etwas in einer Kühltasche mitgenommen, sprach ich sie darauf an.

Nach anfänglichem Zögern rückte sie dann doch damit heraus, was der Grund ist.

Früher ging sie sehr oft Schwimmen, aber dann wäre sie fast ertrunken, weil ihr jemand vom Beckenrand in den Rücken sprang.

Kurz vorm Ertrinken wurde es erst bemerkt und sie halb ohnmächtig aus dem Wasser gezogen.

Danach hatte sie panische Angst, sobald das Wasser höher als bis zu den Beinen ging, auch wenn niemand anderes sich in der Nähe befand.

Zu der Zeit war ich im örtlichen Schwimmverein, jedoch mit mehr oder weniger Begeisterung, mit den anderen um die Wette zu schwimmen.

Lieber half ich dem Schwimmtrainer bei der Zeitnahme, der Unterweisung neuer Mitglieder, Demonstration wie man einen Gegnstand vom Beckenboden ertaucht (Vorrausetzung für den Fahrtenschwimmschein) oder als eine Art Zeugwart.

Ich konnte den Trainer und Bademeister überreden, meiner Mutter, am unteren Ende des Trainingsbeckens, wo man ohne Probleme mit den Füßen Stand fand, zu versuchen ihr die Angst vorm Wasser zu nehmen.

Dafür half ich nach dem Training dem Bademeister beim Säubern und Aufräumen des Schwimmbades.

Ganz langsam traute sich meine Mutter am ersten Tag Stufe für Stufe ins Wasser.

Rannte jedoch voller Panik sofort raus, sobald es ihr zu hoch wurde oder jemand sich näherte.

Mit Geduld und Ruhe brachte ich sie dazu, weiter und länger hineinzugehen.

Schließlich schaffte sie es, im Nichtschwimmerbecken, am Beckenrand, alleine zu stehen, allerdings nur, solange niemand anderes in ihre Nähe kam.

Nach ein paar Wochen regelmäßigen Übens konnte sie langsam im Nichtschwimmerbereich, wo sie notfalls noch mit den Füßen Kontakt zum Boden hatte, mit Schwimmbewegungen beginnen.

Das Schwimmen hatte sie über die Zeit ja nicht verlernt.

Im Trockenkurs zu Hause, brachte sie mir die Grundkenntnisse, einige Jahre zuvor, schließlich bei.

Zum Ende des Sommers war sie dann soweit, wenn es im Schwimmbad ruhiger wurde, die ersten Runden quer durch das Schwimmbecken zu ziehen.

Ab dieser Zeit war es für meine Mutter wieder ein kleiner Ausgleich, zur Erholung vom täglichen Arbeitsstress, regelmäßig Schwimmen zu gehen.

Am meisten freute es mich heute, dass sie dadurch die nächsten 50 Jahre viel Spaß und Entspannung beim Schwimmen fand.

Weitere Kindheitserinnerungen:

Inhaltsverzeichnis – Lebenserinnerungen – Kindheit

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