Meine Kindheit – der hüpfende Kapuzinermönch

Nach der unfreiwilligen Trennung von meiner Freundin, sank natürlich meine Lust, mich mit den anderen, meiner alten Spielkameraden, zu treffen.

Manchen Nachmittag verbrachte ich nun damit, meine Schießkünste, mit dem Luftgewehr zu verbessern.

Mein Vater hatte mir ein gebrauchtes leichtes Jugendluftgewehr gekauft, das auf 10 Meter lediglich eine Delle in die Schießscheibe machte.

Das große von ihm, war zu schwer für mich und bei einem ersten Versuch, riss es mich fast von den Beinen, durch den Rückschlag.

Noch Tage später merkte ich an der Schulter den dadurch verursachten Bluterguss.

Durch das Schießen konnte ich ein bis von dem seelischen Druck ablassen, wenn ich mir das Gesicht der Mutter meiner Freundin auf der Zielscheibe vorstellte.

An einem dieser Übungsnachmittage sah ich zufällig, wie zwei Pater des benachbarten Kapuzinerklosters am Marktplatzbrunnen ihre Füße kühlten.

Einer davon war, der uns schon öfters mit einem Knüppel aus dem Garten des Klosters vertreibende Mönch.

Was lag da näher, als ihm eine kleine Lektion zu erteilen, indem ich ihm eine Diabolokugel auf sein dickes Hinterteil platzierte.

Da es gute 40 Meter bis zum Brunnen waren, konnte ich mir sicher sein, er würde es ausschließlich wie einen Mückenstich bemerken.

Er hüpfte dann entsprechend, wie nach einem Insektenstich, vom Brunnenrand und suchte nach der Quelle des vermeintlichen Stiches.

Ich hatte darauf geachtet, dass man weder mich noch den Lauf meines Gewehres sah, damit niemand auf mich als Verursacher käme.

Natürlich hörte meine Mutter, als sie von der Arbeit nach Hause kam, von den Nachbarn davon und beim Abendessen erzählte sie davon.

Am Abend musste ich mir eine gehörige Standpauke meines Vaters anhören, da ich ohne Umschweif meine Untat auf Rückfrage zugab.

Mein Gewehr wurde von ihm daraufhin eingezogen und auseinandergebaut.

Ich verstand nur zu gut seine Vorwürfe, dass da leicht schlimmeres hätte passieren können und man niemals mit einer Waffe auf oder auch bloß in Richtung Menschen zielen dürfte.

Damit ich nicht erneut in Versuchung käme etwas Dummes damit anzustellen, würde er es verkaufen, war das Endergebnis.

Natürlich versuchte ich, am nächsten Tag, mit seinem zu schießen.

Wobei ich mir bereits beim Spannversuch fast meine Vorderzähne, beim zurück Federn des halb gespannten Laufs, ausgeschlagen hätte.

Als mein Vater am Abend meine dicke Lippe sah, schmunzelt er nur, verkauft jedoch in der Folgezeit ebenfalls seines.

Alleine machte es eben keinen so großen Spaß und wir beide waren nicht wirklich der Typ von Mensch, der sich gerne in einem Verein betätigte.

Zu viele Vorschriften, starre Regeln und als Ersatz ein geringer Spaßfaktor.

Weitere Kindheitserinnerungen:
Inhaltsverzeichnis – Lebenserinnerungen – Kindheit

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