Meine Kindheit – die Kur , nächtliche Exkursionen

Regelmäßig wurde ich eine gute Stunde, bevor das offizielle Wecken erfolgte, wach.

Bis zum Frühstück war mir dies zu lang und so hatte ich nach kurzer Zeit herausgefunden, wo ich für den kleinen Hunger fündig würde.

Da es immer nur ein paar Bissen waren, zum Beispiel eine Scheibe Käse oder Wurst oder ein paar Plätzchen, fiel es auch niemand auf.

Ich musste nur aufpassen, alles so zu hinterlassen, wie ich es vorfand und das mir bei diesem Beutezug, niemand vom Personal über den Weg lief.

Nachdem ich mit meinem Bettnachbarn, der von der Wasserschlacht im Waschraum, tagsüber öfters einiges an Unfug trieb, schloss er sich eines Morgens einfach mir an.

Leider achtete er nicht wie ich sorgsam darauf, keine verräterischen Spuren zu hinterlassen, sodass wir ein paar Tage später von der Köchin überrascht wurden.

Wir waren gerade dabei zu überlegen, auf was uns den an diesem Tag der Appetit stände, als das große Küchenlicht anging und wir eine Stimme hörten.

Da sind ja meine kleinen Mäuschen, hab ich euch doch erwischt“.

Mit breitem Grinsen drehten wir uns langsam um, jeder ein Stückchen Fleischwurst in den Händen, bereit diese zu verschlingen.

Mein Mittäter hatte schon bei unseren früheren Streichen bemerkt, dass ich nicht bereit war, davonzulaufen, sondern für meine Untaten einstand, daher rührte er sich ebenfalls nicht von der Stelle.

Inzwischen hatten wir uns daran gewöhnt regelmäßig kleiner Hilfsdienste, unter anderem Geschirr nach dem Essen abräumen, die Spielsachen in der Spielecke aufräumen, kleinere Küchenhilfsdienste, als Strafe abzuleisten.

Daher hatten wir die guten Kenntnisse, wo es etwas Schmackhaftes in der Küche zu finden gab.

Aber diesmal sollten wir von soetwas verschont bleiben.

Denn mit einem herzhaften Lachen hörten wir: „Nun da ich weiß, wer sich da an den Vorräten vergreift, werde ich für euch jeden Abend eine Kleinigkeit bereitstellen“.

Zufrieden mit unserer Beute, ergänzt um ein Stück Butterbrot, einer Tomate, einer Tasse Milch und einem Apfel, verzogen wir uns an den Hintereingang der Küche.

Dort konnte man den Sonnenaufgang über dem Wald beobachten und zumindest ich, die große Weite der Natur tief einatmen.

Mein Begleiter rutschte bereits nach kurzer Zeit unruhig auf seinem Hintern herum und drängelte, dass wir zurück in den Schlafsaal sollten, bevor die anderen geweckt würden.

Weitere Kindheitserinnerungen:
Inhaltsverzeichnis – Lebenserinnerungen – Kindheit

3 Antworten zu “Meine Kindheit – die Kur , nächtliche Exkursionen

  1. Guten Abend Dieter,
    die Köchin war ja wirklich eine herzensgute Frau.
    Liebe Grüße
    Monika

    Gefällt 1 Person

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