Meine Kindheit – die Kur , Kuralltag und Anwendungen

Nach dem Frühstück und einer kleinen Ruhepause, hieß es für mich und einigen aus der Kurgruppe, fast jeden Tag viele Runden drehen, unter der Höhensonne.

Dafür bekamen wir extra eine Schutzbrille und marschierten in einem ansonsten abgedunkelten Raum im Kreis herum.

Zur Belustigung aller fing ich irgendwann an, das Lied vom Bibabutzemann, der immer im Kreis herumtanzt, leise vor mich hin zu singen.

Was mir dabei sofort auffiel, war ein Geruch bzw. Geschmack, der mich an das Schweißen meines Vaters erinnerte.

Eigentlich dachte ich noch Sonnenbäder, da werde ich wenigstens schön braun, aber durch die gefilterten Strahlen, passierte dies nicht.

Dennoch holte ich mir eine gesunde Hautfarbe, da wir viel Zeit im freien verbrachten.

Leider gab es keine Schwimmmöglichkeit dort vor Ort, außer einem, für Anwendungen vorgesehenen, kleinen Schwimmbecken im Keller.

Moorbäder, Kaltwasser Duschen mit Gartenschlauch, Wassertreten (Kneippkur),

Besonders gut gefielen mir die regelmäßigen Moorbäder, bei denen ich indes aufpassen musste nicht einzudösen.

Nachdem es mir einmal passiert war, wusste ich dann auch, wie unangenehm es ist, den Schlamm im Mund und Nase zu haben.

Auf das anschließende kalte Abspritzen mit einem Wasserschlauch hätte ich liebend gerne verzichtet.

Es musste wohl so sein, um den Kreislauf anzuregen, ebenso wie das Wassertreten, alles im Sinn einer Kneippkur.

Um etwas Abwechslung in den gleichmäßigen Kurbetrieb zu bringen, machten wir, unter anderem, einen Ausflug an die, in der Nähe gelegene, Edertalsperre.

War schon die Sperrmauer mit ihren technischen Anlagen interessant, umso faszinierender fand ich die Geschichte von dem überfluteten Dorf.

Da es gerade sehr wenig Wasser dort gab, konnte man die Kirche zum Teil sehen.

In der zweiten Kurwoche konnte ich endlich die große Vitamintablette schlucken.

Aber nur, weil eine der Schwestern mit mir regelmäßig beim Essen geübt hatte, kleiner Kartoffelstückchen unzerkaut in den Magen zu befördern.

Zwar immer noch nur mit viel Flüssigkeit und leichtem Würgereiz, jedoch eine deutliche Verbesserung, gegenüber dem ekligen Geschmack, beim Zerkauen der Kapsel.

Weitere Kindheitserinnerungen:
Inhaltsverzeichnis – Lebenserinnerungen – Kindheit

Eine Antwort zu “Meine Kindheit – die Kur , Kuralltag und Anwendungen

  1. Und ganz toll ist es übrigens, wenn der Edersee stark ausgetrocknet ist, über die noch immer vorhanden Brücke über die Eder zu laufen 🙂

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