Meine Kindheit – die Kur , Unruhe im Schlafsaal – Wasserschlacht

Die ersten Tage waren vorbei und langsam gewöhnten sich die meisten an die Abläufe in der Kur.

Nur ein paar, meist jüngere, fingen an zu quengeln und hatten Heimweh.

In der dritten oder vierten Nacht kam es dann zu dem von mir schon längst erwarteten Zwischenfall mit meiner Schwester.

Ein Junge aus dem Nachbarbett hatte sie scheinbar mit etwas verärgert und so musste ich mal wieder eingreifen.

Schließlich war es für mich nicht akzeptabel, dass da einfach irgend jemand meine Schwester ärgerte.

Also hüpfte ich aus meinem Bett und schlurfte zu dem anderen hin.

Auch wenn der Junge ein paar Jahre älter war als ich, konnte es mich nicht daran hindern, ihm ein paar ermahnende Worte, gepaart mit einer körperlichen Verwarnung, zukommen zu lassen.

Dies wollte er beileibe nicht akzeptieren. So kam es dann zu einer kleinen Rangelei, was natürlich von der Nachtschwester registriert wurde.

Um Ruhe zu schaffen, damit die anderen Schlafen können, wurden wir beide mit unseren Betten in den Waschraum verbannt.

Für die restliche Nacht herrschte erst einmal Friede zwischen uns.

Aber als ich dann am nächsten Morgen wie üblich früher wach wurde und gemütlich meine Morgentoilette durchführen wollte, fühlte sich der Langschläfer gestört.

Mit ein paar kräftigen Flüchen warf er, als ich keine Anstalten machte, meine Tätigkeiten einzustellen, einen seiner Hausschuhe nach mir.

Meine Antwort, einen nassen kalten Waschlappen in seinem Gesicht, begeisterte ihn wenig und in Windeseile waren wir in eine heftige Wasserschlacht verwickelt.

Durch die erneute Unruhe aufgeschreckt tauchte eine der Betreuerin auf und wir bekamen eine kräftige Standpauke zu hören.

Zur Strafe mussten wir das angerichtete Chaos bis zum Wecken der anderen beseitigen und nach dem Frühstück sollten wir zum Kurleiter.

Da wir bereits bestraft wurden, ermahnte er uns nur, daran zu denken, wofür wir hier in der Kur währen und uns entsprechend zu verhalten.

Beide versicherten wir daraufhin, mit treuherzigem Blick, uns ab sofort zu vertragen und keinen Ärger mehr zu machen.

Nachdem wir beide dies nun zwischen uns geregelt hatten, wurden wir für die restliche Kurzeit gute Freunde, die noch manche Streiche gemeinsam ausheckten.

Um meine Schwester machte er einen großen Bogen und sein Bett wurde links neben meinem platziert, sodass ich als Puffer zwischen beiden diente, während der Schlafenszeit.

Weitere Kindheitserinnerungen:
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5 Antworten zu “Meine Kindheit – die Kur , Unruhe im Schlafsaal – Wasserschlacht

  1. Erst ist mir dein Bericht auch merkwürdig vorgekommen. Aber als ich mit 6 Jahren im Krankenhaus gewesen bin, war ich mit 2 Jungen in einem Zimmer gemeinsam untergebracht.
    In dem Alter war das wohl noch in Ordnung, es war schließlich ein katholisches Krankenhaus.

    Gefällt 1 Person

  2. Schliefen damals Jungs und Mädchen in einem gemeinsamen Schlafsaal? Wie ungewöhnlich. 😉

    Gefällt 2 Personen

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