Meine Kindheit – die Kur , Kurarzt und Kurplanung

Endlich war ich an der Reihe, vom Kurarzt untersucht zu werden.

Neben Blutdruck, Gewicht, Herz, Lunge, allgemeiner Zustand wurde Blut aus dem Ohrläppchen abgenommen.

Der Arzt meinte, ihm gefielen meine dunklen Augenringe nicht und er würde mir entweder jeden Tag eine Vitaminspritze oder aber Vitamintabletten verordnen.

Ich war bereits zu diesem Zeitpunkt, nicht wegen möglicher Schmerzen, sondern der schlechten Erfahrungen in Heidelberg, Spritzen gegenüber abgeneigt.

Aber mit der großen Vitaminkapsel sollte ich meine Schwierigkeiten haben, denn irgendwie weigerte sich mein Hals, diese hinunter in den Magen zu befördern.

Auch mit einem großen Teller Milchsuppe blieb die Kapsel unverändert im Mund.

Auf die anderen Anwendungen, wie sie der Doktor nannte, war ich jedoch sehr gespannt.

Höhensonne, Schlammbäder, Wassermassagen hörten sich gut an, für mich.

Damit ich, meiner Größe angepasst, zunehmen würde, wurde ich auf Vollkost gesetzt und nicht wie einiger der andern auf halbe Portion.

Wobei dies wenig half, mein Gewicht deutlich zu erhöhen.

Denn ich konnte jede Menge an Essen und Süßigkeiten in mich hineinstopfen, mein Körper verarbeitete es, als würde ein Hochofen auf vollen Touren arbeiten.

Dieses Problem sollte ich erst durch einen Heilpraktiker, Anfang der 80er Jahre, in den Griff bekommen.

Rechtzeitig zum Mittagessen waren dann alle Kinder mit den Untersuchungen durch.

Anschließend war Mittagsschlaf angesagt, ein für mich ungewohnte Situation.

Also nutzte ich die Zeit, um ein bisschen zu entspannen und in Gedanken an dem im Zug angefangenen Brief nach Hause zu arbeiten.

Denn am Nachmittag sollten wir entweder eine Postkarte oder Brief an die Eltern schreiben, damit diese über unsere gute Ankunft informiert wären.

Zu dieser Zeit hatten, wie auch wir, die meisten noch kein Telefon.

Weitere Kindheitserinnerungen:
Inhaltsverzeichnis – Lebenserinnerungen – Kindheit

2 Antworten zu “Meine Kindheit – die Kur , Kurarzt und Kurplanung

  1. Ich erinnere mich, dass wir in den Ferien mal vom Kindergarten aus gemeinsam mit den beiden Kindergartentanten das Angebot bekamen auf 3 Wochen Urlaub in einem Schloss zu machen, das für solche Gelegenheiten hergerichtet worden war – Schloss Pernegg hiess es.
    Doch von Kuren und Ärzten war da keine Rede.
    Lediglich eine Erleichterung für die Eltern, die Kids mal eine Zeit aus dem Haus zu haben 😆

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    • Das war aber auch bestimmt für die meisten Kinder eine Erholung von den Eltern, mein Herzblatt ❤
      Bei uns war es eine vom Amtsarzt angeordnete Kur, mit ärtlicher Kurüberwachung und von der Krankenkasse bezahlt.
      Meine Schwester sollte etwas vom Babyspeck loswerden und ich Gewicht zulegen, um meinem raschen Wachstum hinterher zu kommen. 😀

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