Meine Kindheit – die Kur , der erste Morgen

Von der ungewohnten Umgebung und einem starken Hunger wurde ich zu meiner üblichen Zeit, um 6 Uhr, wach.

Zum Glück hatte ich vom Anreisetag ein Stück Brot in meinem Rucksack und in der Thermoskanne Tee, sodass ich ein vorgezogenes Frühstück verdrücken konnte.

Die meisten Kinder schliefen noch oder wälzten sich, wie bereits die ganze Nacht, unruhig im Bett herum.

Da es hell genug war, studierte ich den am Vortag erhaltenen Tagesablauf und überlegte, was ich in der Zwischenzeit, bis zum Wecken, anstellen könnte.

Jetzt hätte ich gut etwas zum Lesen gebrauchen können, aber daran hatte ich bei der Abreise nicht gedacht.

Wichtiger Punkt auf meiner Merkliste „Nimm dir auf jeden Fall abends eine Bettlektüre mit“.

Anschließend schaute ich mich in aller Ruhe im Schlafsaal um.

Auf den ersten Blick kein Muster an den weißen Wänden, wobei diese, sowie ebenfalls die Decke, einen neuen Anstrich gut vertragen hätte.

Auch die Betten und Schränke sahen nicht unbedingt wie neu aus, sondern hatten bestimmt schon einige Jahre und viele Kinder hinter sich gebracht.

Aber insgesamt sah es doch recht ordentlich und sauber aus, wobei es für mein Wohlbefinden wichtig war, dass es nicht nach Krankenhaus roch.

Nicht weit vom Gebäude fing der Wald an und auf einer Lichtung konnte ich ein paar äsende Rehe sehen.

So langsam hörte ich draußen vom Flur, dass alles fürs Frühstück vorbereitet wurde.

Kaum startete der Weckrundgang, machte ich einen Satz aus meinem Bett, um möglichst als einer der ersten im Waschsaal zu sein.

Bis die letzten langsam zurückkamen, von der Morgentoilette, hatte ich mich längst angezogen und mein Bett in Ordnung gebracht.

Von mir aus stand nichts im Weg, baldmöglichst in den Frühstücksraum zu gehen.

Als erstes gab es einen Teller Milchsuppe, für mich ungewohnt, jedoch nach den ersten Löffeln durchaus genießbar, besonders wenn man noch eine große Portion Honig untermischte.

Zum Brot konnte man auswählen, ob man es mit Marmelade, Käse oder Wurst belegte.

Einige der anderen Kinder benötigten Hilfe dabei, ihr Brot zu schmieren, für mich eine Möglichkeit in aller Ruhe zu frühstücken.

Da dieser Raum gleichzeitig unser Freizeitraum war, konnte ich so nebenbei diesen gründlich in Augenschein zu nehmen.

Wobei mein Blick am längsten beim Bücherregal hängen blieb, welches ich, so bald als möglich, nach lesbarem Durchstöbern gedachte.

Weitere Kindheitserinnerungen:
Inhaltsverzeichnis – Lebenserinnerungen – Kindheit

Über einen Kommentar freue ich mich (ACHTUNG: Wenn Ihr hier kommentiert, speichert WordPress Eure IP-Adresse und bei Angabe auch Eure E-Mail. Der Antispamdienst Akismet und Gravatar nutzt diese Daten zur Prüfung. )

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s