Meine Kindheit – raus aus den Kleinkinderschuhen

Immer öfters verließ ich die Gruppe meiner gleichaltrigen Spielkameraden, um mich den älteren Jungs anzuschließen.

Wobei sie mich erst akzeptierten, nachdem ich von einer knapp 5 Meter hohe Steinmauer auf einen asphaltierten Boden gesprungen war.

Dazu hatte ich dies geübt und war immer mehr Treppenstufen hinabgesprungen, bis ich es mir zutraute, diese größere Hürde zu nehmen.

Etwas später sollte ich erkennen, wozu es gut war, solche Hindernisse ohne Probleme zu meistern.

Wenn wir zum Beispiel unser Unwesen auf dem alten Friedhof, direkt neben der Hauptkirche, trieben und der Küster hinter uns her war, blieb als einziger Ausweg meistens die hintere Mauer, über die wir dann in die Tiefe springen mussten.

Außerdem war der Klostergarten, wo wir unser frisches Obst kostenlos bezogen, von ebenso einer hohen Mauer umgeben.

Der zuständige Kapuzinermönch jagte uns mit einem dicken Knüppel, wenn er uns bemerkte.

Eine nicht unbedingte schöne Erfahrung so ein heftiger Schlag auf dem Rücken oder den Beinen, sollte man zu langsam sein.

Wir machten ebenfalls den direkt anschließenden Stadtwald und die Viehwiesen unsicher, wobei der Wildschütz mehr als einmal hinter uns her war.

Ich machte zwar vieles mit, aber es gab auch klare Grenzen, die ich notfalls mit körperlicher Gewalt durchsetzte.

Ein absolutes Tabu war, gegen hilflose oder schwächere, egal ob Mensch oder Tier, etwas zu tun.

Nachdem sie erkannten, dass ich nicht davor zurückschreckte, meine Fäuste zu gebrauchen, egal ob ich selbst etwas abbekam dabei, wurde meine Einstellung akzeptiert.

Neben diesen neuen Abenteuern genoss ich es, regelmäßig für mich alleine, in der Wohnung oder unter freiem Himmel, meine Nase in Bücher zu stecken.

Man kann sagen, ich frönte meinen unterschiedlichen Leidenschaften und Vorlieben, nicht nur halbherzig.

Sondern, was ich auch gerade machte, immer mit voller Hingabe und Inbrunst tat.

Weitere Kindheitserinnerungen:
Inhaltsverzeichnis – Lebenserinnerungen – Kindheit

2 Antworten zu “Meine Kindheit – raus aus den Kleinkinderschuhen

  1. Kapuzinermönche und dicker Knüppel- für mich passt das überhaupt nicht…
    Gruß von Sonja

    Gefällt 1 Person

    • Wieso nicht …. Mönche sind auch nur Menschen und manche schlimmer als ungläubige….

      Für ihn waren wir die Brut des Teufels, die sich an Gottes Früchten vergreifen……

      Ob er sich das heute noch wagen würde, keine Ahnung, aber Anfang der 60er Jahre gab es noch kein Schutz der Kinder vor Willkür…..

      Gefällt 1 Person

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