Meine Kindheit – mein Tretroller

Meine Schwester verbrachte den Sommer, an dem ich bei meiner Oma väterlicherseits war, bei unserer Tante Irene, der Schwester unserer Mutter.

Als diese Tante für sie zu Weihnachten ein Fahrrad kaufte und mich dabei wieder völlig vergaß, machten ihr meine Eltern sofort klar, dass in Zukunft entweder beide Kinder gleichwertig beschenkt werden, oder keines.

Für ein zweites Fahrrad fehlte es aber bei beiden an Geld und daher sparten sich meine Eltern den Preis für einen Tretroller buchstäblich vom Mund ab.

Ein normales Fahrrad wäre für mich sowieso noch zu groß gewesen und ein Kinderfahrrad, womöglich noch mit Stützrädern, hätte ich ganz sicher nicht gewollt.

Also hatte ich eine große Freude mit dem Gefährt, vermutlich weit mehr als meine Schwester mit ihrem Fahrrad.

Nach und nach wusste ich so geschickt mit dem Roller umzugehen, dass öfters die anderen ihre Fahrräder stehen ließen und mich baten ihnen meine Kunststücke damit beizubringen.

Anders als bei meiner Schwester bereitete es mir absolut kein Problem, ihn mit anderen zu teilen, wenn wir dadurch alle zusammen Spaß hatten.

Doch die allergrößte Freude bereitete es mir, meinem Hund Freddy beizubringen, auf dem Trittbrett sitzen zu bleiben, um mit mir gemeinsam Runden zu drehen.

Ich pflegte zwar meinen Roller sehr gut, aber es war ein Gebrauchsgegenstand und da machte es nichts aus, wenn er auch mal eine Schramme abbekam.

Im Gegenteil empfand ich es als Zeichen, dass er benutzt wurde und kein Vorzeigestück ist.

Das wichtigste für mich war, das er fahrtüchtig ist.

Etwas später machte ich damit sogar die Fahrradprüfung in der Schule.

Zuerst hatte der Polizist, der den Unterricht erteilte, Zweifel, ob dies ginge.

Aber nach Rücksprache mit seinem Vorgesetzten, meinte dieser, es ginge ja hauptsächlich um das Feststellen, ob man sich damit im öffentlichen Straßenverkehr bewegen könne.

Und den theoretischen Teil hatte ich mit 100% bestanden.

Stolz befestigte ich den erhaltenen grünen Wimpel vorne an dem Roller.

Weitere Kindheitserinnerungen:
https://dieka56welt.wordpress.com/category/lebenserinnerungen/kindheit/

2 Antworten zu “Meine Kindheit – mein Tretroller

  1. Bitte nicht böse sein, doch Du schreibst doch unentwegt, dass Du als Kind einen Kopf grösser warst als Deine Schwester.
    Warum meinst Du dann, dass ein normales Fahrrad für Dich noch zu gross gewesen wäre, wenn es für Deine Schwester gepasst hat?
    😦

    Gefällt 1 Person

    • Meine Schwester und einige der anderen Kinder konnten nur selten Fahren und gemütlich auf dem Sattel sitzen.
      Ich war und bin da eher der gemütliche Type, ganz nach dem Motto „sind die Pedale zu weit weg, um sie bequem im Sitzen zu erreichen, dann ist es nichts für mich“

      Gefällt 1 Person

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