Meine Kindheit – Fasching und der Henrystutzen

Der lange kalte Winter ging langsam dem Ende zu und es wurde Zeit, sich Gedanken, um die nahende Faschingszeit zu machen.

Mein Vater hatte zum letzten Winzerfest für den Schützenverein eine Reihe Armbrüste, voll funktionsfähig, hergestellt.

Nachdem diese auch auf dem Faschingsumzugswagen erneut genutzt werden sollten, wollte er zusehen, dass sie entsprechend gut aussahen und noch alles funktionierte.

Da er sah, mit welchem Interesse ich ihm zusah und soweit es mir möglich war, half, fragte er mich, als was ich den an diesem Fasching gehen wolle.

Zu dieser Zeit las ich gerade Karl-May-Bücher und wäre gerne als Old Shatterhand gegangen.

Weil wir uns nicht leisten konnten, viel Geld dafür auszugeben, nähte mir meine Mutter einen Anzug mit Fransen, der zwar aus Stoff bestand, aber fast wie Wildleder aussah.

Nun fehlte lediglich noch ein schönes Gewehr, so wie der Henrystutzen dort beschrieben stand.

Mein Vater hatte eine halb fertige Armbrust, ohne Bogen, übrig und baute mir daraus, dass von mir gewünschte.

Ich musste zwar die Zündblättchen mit Hand nachziehen, dennoch wurde ich von allen meinen Freunden um dieses schöne Teil bewundert.

Das war etwas ganz anderes, als die Plastikgewehre der anderen, die viel zu schnell unschön aussahen oder kaputt gingen.

Außerdem überragte es alle anderen in der Länge, es ging vom Boden bis zu meiner Schulter, was mir im Nahkampf einen deutlichen Vorteil verschaffte.

Es war eben nicht ein Spielzeug, sondern ein für Männer ausgelegter Waffenschaft.

Sehr oft hatte ich es später bei allen möglichen Spielen mit dabei und es hing bis in meine Jugendzeit über meinem Bett an der Wand.

3 Antworten zu “Meine Kindheit – Fasching und der Henrystutzen

  1. Dein Vater muss ein wunderbarer und handwerklich begabter Mensch gewesen sein, so wie es sich in deinen Erinnerungen an ihn hier liest, lieber Dieter!
    Liebe Grüße von Hanne

    Gefällt 2 Personen

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