Meine Kindheit – langer kalter Winter

In dem Jahr (1962/63) als wir den neuen Schlitten bekamen, war der Winter extrem kalt und lang.

Die Wohnung wurde noch mit Kohle geheizt und langsam ging der Vorrat zu Ende.

Eine größere Fuhre zu bestellen, die vom Kohlehändler gebracht wurde, rentierte sich nicht.

Außerdem war dafür kein Geld eingeplant.

Also machte sich meine Mutter mit mir und dem alten Schlitten auf den Weg zu ihrem Großonkel, der einen Kohlehandel im Ort hatte.

Der Vorteil war, dass er diese auch in kleineren Mengen zum selbst abholen verkaufte.

Außerdem wusste er von unseren knappen Mitteln und so packte er unten in den Sack die teure Eierkohle und oben drauf, die preiswerten Briketts.

Seiner Frau, die die Abrechnung machte und sehr knausrig war, sagte er, dass der Sack lediglich die günstigen Briketts enthielten.

Und so machten wir uns auf die warme Wohnung freuend zurück nach Haus.

Meine Mutter zog den Schlitten und ich hatte den Kohlesack im Arm vor mir fest im Griff, damit kein einziges Stück, während der Fahrt, verloren ginge.

14 Antworten zu “Meine Kindheit – langer kalter Winter

  1. Diese Verantwortung…(dass kein Stück Kohle verloren geht)!

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  2. Das können sich die Kinder heute überhaupt nicht mehr vorstellen.

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  3. Genau zu dieser Zeit hatten auch meine Eltern und mein Oma einen solchen Kohleofen, und ich erinnere mich, dass genau visavis vom Zimmerfenster eine solche Kohlenhandlung war. Ein kleines Holzhäuschen auf etwa 100 m2 Grund, wo die Händlerinn drin sass, und draussen Unmengen an Holz unter einer Planne gelagert und Berge von Kohlen, die mit einer Schaufel in die mitgebrachten Behälter der Kunden gefüllt wurden. Die hatten dort kein elektrisches Licht, sondern Laternen. Und wenn es dunkel wurde, und hoch der Schnee lag, dann sah dieses Häuschen mit der Laterne aus, wie das aus Hänsel und Gretel – erinnere ich mich noch so genau.
    Was für eine friedliche Welt das doch damals war, mit Bratäpfel auf der Ofenplatte und einer Eisrutsche im daneben gelegenen Park, die wir Kinder uns selbst gemacht hatten, und dann mit viel Anlauf darüber gesaust sind, bis die Eltern oder die Oma nach uns riefen, um zum Abendessen nach Hause zu kommen.
    ❤ ❤ ❤

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  4. Meine Eltern hatten Ende der 50er Jahre gebaut und das Haus mit einer mit Koks betriebenen Zentralheizung ausgestattet. Zweimal im Jahr wurden 10 to Koks in unsere Einfahrt gekippt und die ganze Familie war bis Abends damit beschäftigt sie in den Keller zu Schaufeln.

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  5. In dem Winter war ich 10 Jahre alt, und an Kohleofen erinnere ich mich so lebhaft, in unserer Wohnküche stand der von meiner Mama immer auf Hochglanz gewienerte Nickelherd, das war eine schöne Wärme. Am Abend warf er durch die Löcher in den Herdplatten, mit denen man diese mit einer Zange herausheben konnte, in der Dunkelheit so schöne Lichtspiele an die Decke! In meinen jüngsten Kinderjahren kam der Kohlenhändler bei uns noch mit dem Pferdewagen, und wir hatten damals schon ganz komfortabel eine Rutsche am Kellerfenster, durch die die Kohlen nur noch eingeschüttet werden mußten und nicht runtergeschleppt, Eimer für Eimer. Und daß Eierkohle kostbar war, das war bei uns auch so. Später hatten wir dann einen Ofen mit Sichtfenster, das war auch was feines!
    Schöne Erinnerungen, lieben Dank und liebe Grüße
    Monika und Mimi.

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    • Unser Keller lag ganz hinten ohne Fenster zum Hof und wenn wir Glück hatten trug der Kohlemann bei der Anlieferung diese hinunter.
      Aber manchmal packte er es auch nur vor die Kellertütre und wir mussten es in kleinen Portionen selbst verräumen.
      Wünsche dir und Mimi einen schönen Mittwoch
      Viele Grüße
      Dieter

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