Meine Kindheit – Wintervergnügen – Schlittenfahren

Wie war ich froh, als endlich die Mumps sich verabschiedete und ich raus in den Schnee durfte.

Mein Vater hatte den alten Schlitten meiner Mutter, aus ihren Kindheitstagen, wie jedes Jahr, flott gemacht.

Allerdings war er mir etwas zu lahm, konnte jedoch daran nichts ändern, da auch meine Schwester damit fahren durfte.

Um so mehr freute ich mich, an Weihnachten, einen neuen Schlitten, unter dem Weihnachtsbaum zu entdecken.

Nur zu gerne überließ ich diesen zur Nutzung meiner Schwester und schleppte lieber zwei nach draußen.

Nun konnte ich endlich daran gehen, meinen alten Hobel ein bisschen aufzurüsten, um ihn schneller zu machen.

Die nötigen Tipps bekam ich von meinem Vater, was meine Mutter nicht unbedingt erfreute.

Zuerst schmirgelte ich die Kufen, bis sie wie eine Messerschneide glänzen.

Anschließend kam eine leichte Wachsschicht darauf, welche ich jeden Tag entweder frisch polierte oder wenn sie bereits zu abgetragen war, erneuerte.

Damit nahm ich jetzt, mit jedem noch so modernen Schlitten leicht auf.

Unsere bevorzugte Rennstrecke war, rechts den Kirchberghügel hinunter, bis zur alten Schusterei.

Die besonders verwegenen machten dann einen Schlenker nach links um zwischen den Bäumen und den wenigen dort geparkten Autos, bis zum Marktplatzbrunnen zu fahren.

Dies konnte man allerdings nur erreichen, wenn man sich bäuchlings auf den Schlitten packte, sodass so wenig wie möglich Windwiderstand aufkam.

Das einzig störend war, dass Abwarten bis man wieder an die Reihe kam oder wenn ein Auto den Fahrweg querte.

Der Start erfolgt entweder stehend mit Anlauf, wobei man sich kurz vorm Losfahren auf das Gefährt warf, was nicht immer klappte.

Oder, wie ich es am liebsten machte, indem man die Schlittenkufen durch hin und herbewegen auf die richtige Temperatur brachte und beim letzten Mal sich auf den Schlitten gleiten ließ.

Dann musste man den Kurs so weit wie möglich links an der Wand entlang, um unten den richtigen Schwung für die gerade Strecke zu bekommen.

Kurz vor der Kurve war es nötig, sich mit den Füßen von der Mauer abzustoßen, sonst verlor man auf den nächsten Metern zuviel Geschwindigkeit.

Abgebremst wurde man automatisch kurz vorm Brunnen, da dort der Zugang eine leichte Aufwärtsbewegung machte.

Für die Störungen durch Autos hatten wir extra Streckenposten eingeteilt, die rechtzeitig, mittels heftigem Arme wedeln, warnten.

Dieses Abenteuer konnte uns die von der Stadt angelegte Rodelbahn in der Bleiche in keinster weiße bieten.

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