12.08.2019 – Montag , Tagebuch Teil 3 (Gedankensplitter)

Solange ich mich erinnere, hielten sich meine Wünsche und Begehrlichkeiten in einem sehr begrenzten, überschaubaren Rahmen.

Was nicht immer einfach war, wenn es darum ging, dass mir andere eine Freude bereiten wollten, zum Beispiel bei Geburtstagsgeschenken.

Für mich zählte mehr die Geste oder der Gedanke, dass jemand sich die Mühe machte mir eine Freude zu bereiten.

Viel mehr erfreute es mich zu sehen, welchen Spaß es anderen bereitet, Neues zu haben.

Allerdings fiel mir öfters auf, dass schon kurze Zeit danach, diese der Dinge überdrüssig waren und neue Begehrlichkeiten hatten.

Nur selten fiel mir etwas Passendes ein, wenn ich vor einem der Geschenketage danach gefragt wurde, was ich mir den wünschen würde.

Natürlich keine einfache Aufgabe für die, die mir eine Freude bereiten wollten und mich nicht so gut kannten, um zu wissen, dass mich diese materiellen Dinge nicht wirklich interessierten.

Diese scheinbar angeborene und durch meine Eltern vorgelebte Genügsamkeit begleitete mich durch mein ganzes Leben.

Deswegen fand ich bereits beim ersten Kontakt mit der fernöstlichen Philosophie deren Grundidee so faszinierend.

Der Weg zur Spiritualität führt über die Entsagung des weltlichen Verlangens.“

Was nicht unbedingt bedeutet, das Verweigern des westlichen Komforts, zumindest nach meinem Verständnis, sondern mit dem zufrieden zu sein, was da ist, im Rahmen des Möglichen.

Auch hat mich das Leben gelehrt, wenn du was hast, weckst du sehr schnell die Habgier anderer, die eventuell nichts damit anfangen können, besitzen sie es dann.

Eine Antwort zu “12.08.2019 – Montag , Tagebuch Teil 3 (Gedankensplitter)

  1. Das ist sehr interessant, lieber Dieter. Denn angeborene Bescheidenheit kannte ich bisher noch nicht, so wie du es hier beschreibst. Als neuntes Kind einer kinderreichen Familie blieb mir selbst nichts anderes übrig als bescheiden und genügsam zu sein. Bewunderte aber dabei andere Kinder, die einzeln oder mit nur einem Geschwisterchen aufwuchsen, um ihre neuen Kleider und auch Urlaub weit weg von zuhause im Jahr. Neid kam dabei ganz gewiss nicht auf, sondern einzigst Bewunderung dafür, dass sie sich das leisten konnten.
    An Geburtstagen gab es für mich einen hübschen von Mutter gestrickten Pullover und eine Tafel Schokolade, worüber ich mich vielleicht auch mehr freute als die Kinder heutzutage über ihre Unmengen an Geschenken, oftmals auch eher Elektroschrott.
    Liebe Grüße von Hanne und Danke, dass du so schöne Gedankensplitter mit uns teilst.

    Gefällt 1 Person

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