Meine Kindheit – in der Kirchenbibliothek

Einer meiner vielen Leidenschaften war und ist noch immer, das Lesen.Ich begann damit, von dem Moment an, wo ich es einigermaßen fließend beherrschte.

Bei der Kirche, neben der wir wohnten, befand sich eine kleine Bibliothek. Da ich aber das Mindestalter von 8 Jahren noch nicht erreicht hatte, musste ich immer meine Mutter bitten, mit mir dahin zu gehen.

Was diese natürlich sehr gerne tat. Und sie ließ mich auch das, was ich lesen wollte, selbst aussuchen.

Die üblichen Kinderbücher interessierten mich wenig, obwohl ich hin und wieder welche las. Viel mehr waren es die Geschichts- und Sagenbücher wie Troja, Homer, Herkules, Thor, Wikinger, Hannibal, Attila, Marco Polo, Jule Verne, u.a.m.

Und die Bibliothekarin (eine Nonne) dachte wohl, dass ein Teil der Bücher für meine Mutter oder jemand Älterem aus der Familie, währen.

Als ich dann endlich mit 8 Jahren meinen eigenen Leihausweis erhielt und alleine in die Bibliothek gehen durfte, bekam ich deshalb gleich Ärger mit ihr. Denn sie meinte, die Erwachsenenbücher, solle sich meine Mutter selbst holen. Ich dürfte nur die, meines Alters entsprechend ausgezeichneten Bücher, mitnehmen.

Also sagte ich ihr, dass diese von mir gewählten Bücher von mir selbst gelesen werden. Doch sie glaubte mir kein Wort. So fing ich an, ihr die Inhalte aller der Rückgabebücher genauestens zu erzählen.

Bis dahin habe ich noch nicht gesehen, dass jemand die Augen so verdrehen konnte, wie sie das tat. Doch das wichtigste war, dass ich ab diesem Zeitpunkt alles ausleihen durfte, was jugendfrei war. Für Liebesromane, Kriminalgeschichten oder ähnliches interessierte ich mich damals sowieso nicht.

8 Antworten zu “Meine Kindheit – in der Kirchenbibliothek

  1. Eine stark die Augen verdrehende Nonne ist ja schon mal was!
    Gruß von einer, die grad nicht am Kirchberghäuschen weilt

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  2. Ich habe meine ersten Lese-Erfahrungen auch in der Kirchenbücherei gemacht, lieber Dieter, und erinnere mich auch noch mit Freuden dran!
    Die augenverdrehende Nonne war bestimmt eine Augenweide, hihihihi!
    Wir wünschen dir einen guten Start in die neue erste Juli-Woche, liebe Grüße
    Monika und Mimi.

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  3. Schöne Erinnerung mit Schattenseiten, aber auch als Kurzgeschichte genial, weil Kurzgeschichten einen „Wendepunkt“ enthalten müssen und das war hier die Ausstellung des eigenen Leseausweises.

    Das beweist, dass man die literarischen Formen nicht beherrschen muss, sondern dass sie sich von selbst beim Schreiben einstellen. Zuerst ist die Literatur und danach die Poetik, zuerst ist die Sprache und dann der Duden.

    Schreibe aus dem Herzen, dann machst du alles richtig. LG PP

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