Meine Kindheit – der erste Sommerurlaub bei meiner Großmutter

Ich konnte es kaum abwarten, bis es soweit war, dass ich die nächsten langen Sommerferien, bei meiner Großmutter väterlicherseits verbringen durfte.

Wo ich mich täglich um die Hasen, die dem Mann meiner Oma gehörten, sehr gerne kümmerte.

Es war gleichzeitig das erste Mal, dass ich und meine Schwester getrennt voneinander Urlaub bei Verwandten machten.

Denn sie wollte lieber bei der jüngeren Schwester meiner Mutter sein, die noch bei ihrer Mutter, also meiner anderen Großmutter, wohnte.

In den ersten Nächten hatte ich leichtes Heimweh, denn ich war es nicht gewohnt, ganz alleine in einem Zimmer zu schlafen.

Tagsüber fühlte ich mich aber wieder gut, da durfte ich die Hasen versorgen und hatte sonst genug Abwechslung, um jemanden zu vermissen.

Gleich am ersten Tag schaute ich mich neugierig in der Wohnsiedlung um.

Für mich völlig ungewohnt lag alles, wie in einem Sommerschlaf, nichts rührte sich.

Ich konnte keine Geschäfte entdecken, keine spielenden Kinder oder Erwachsenen zu sehen.

Im Gegensatz zu meinem Zuhause, wo ich direkt am Marktplatz mitten in einer Kleinstadt aufwuchs.

An der Ecke der Straße lag ein Kindergarten mit Spielplatz, der in den Sommerferien nicht benutzt wurde.

Der kleine Zaun mit abgeschlossenem Tor stellte für mich kein Hindernis dar.

Als ich mich dort dann auf eine Schaukel setzte, sah ich einen Jungen näher kommen, der mich misstrauisch beäugte.

Und bevor ich mich versah, stand eine halbe Fußballmannschaft, inklusive Ball, um mich herum.

Das war für mich jedoch nichts Neues.

Überall, wo ich mich niederließ, waren immer rasch einige da, die sich für mich interessierten und dies ist bis heute geblieben.

Nach ein paar allgemeinen Worten fingen wir an, ein wenig hin und her zu kicken, um anschließend ein kleines Fußballspiel zu versuchen.

Was zu meiner Erfahrung führte, wie es sich anfühlt, einen Lederfußball, anstatt zu köpfen, in voller Wucht mit dem ganzen Gesicht abzufangen.

Da natürlich keiner von ihnen wusste, wie es mit meinen Fußballfähigkeiten aussah, steckten sie mich kurzerhand ins Tor.

Mir war das ganz recht, ich hatte sowieso keine Lust bei der Hitze, hinter einem Ball her zu hetzen und das Tor lag schön im Schatten.

Also stand ich die meiste Zeit nur am Pfosten angelehnt oder bewegte mich langsam in die Mitte des Tores, wenn sich etwas in meine Richtung bewegte.

Das ging lange gut, bis einer der Jungs aus vollem Lauf einen Ball auf mein Tor abschoss und ich versuchte, diesen mit meinen Händen zu fangen.

Doch der war so hart geschossen, dass er dazwischen durch rutschte, und voll in meinem Gesicht landete.

Als Nächstes fand ich mich im Tor sitzend, aber der Ball war draußen geblieben.

Blutverlust war keiner zu beklagen, obwohl mein Gesicht brannte wie Feuer.

Das Einzige was störte war, dass ich meine Nase sehen konnte, ohne zu schielen.

Nach einem „Alles ok“ von mir spielten wir weiter, bis es Zeit wurde, nach Hause zu gehen.

Dort angekommen war ich froh, niemand anzutreffen und ich mich mit einem kalten, feuchten Tuch im Gesicht ausruhen konnte.

Beim gemeinsamen Abendessen fiel natürlich mein Pinoccio-Zinken auf.

Ich versuchte so witzig wie nur möglich mein Erlebnis zu schildern, damit ja keiner auf die Idee käme, mich in ein Krankenhaus zu zerren.

Zu meinem Glück begnügte sich meine Oma damit, mich bloß von einem Betriebssanitäter aus der Nachbarschaft besichtigen zu lassen.

Nachdem dieser bestätigte, dass nichts gebrochen war und ich versicherte, dass es überhaupt nicht mehr weh täte, war die Sache, zu meiner großen Erleichterung, abgehakt.

Durch das Kühlen mit dem Handtuch waren noch nicht einmal Blutergüsse zu sehen.

Meine Nase war schon am nächsten Morgen merklich in Richtung Normalgröße unterwegs.

Ab diesem Tag wurde ich auch zu anderen Unternehmungen in der Gruppe eingeladen und wir hatten zusammen eine schöne Zeit mit einigen Abenteuern.

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